Sachsens Wirtschafts-Panter wittert Chancen in Indien

Fachkräfte, Diversifizierung, Mikroelektronik: Minister sieht viele Schnittpunkte
Dresden/Tamil Nadu, 14. November 2025. In Zeiten von Fachkräftemangel und US-Handelskriegen wittern sächsische Wirtschaftspolitiker neue Chancen für den Freistaat in Indien: Das Land gilt als Wachstumsmarkt, hat auch Bedarf an Technologieprodukten aus Europa und verfügt über viele junge und gut ausgebildete Fachleute, die daheim nicht unbedingt alle eine gut bezahlte Arbeit finden. Das hat der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) bei einem Besuch im „industriellen Herz“ von Indien konstatiert.
Indien will eigene Chipindustrie aufbauen
„Die Region Tamil Nadu hat etwa 85 Millionen Einwohner und weist eine Wirtschaftsstruktur auf, die unserer in Sachsen sehr ähnlich ist – mit Schwerpunkten im Automobilbau, Maschinenbau, in der Halbleiterindustrie und im Textilsektor“, betont Panter. „Das passt sehr gut zu uns. Außerdem gibt es hier ausgezeichnete Universitäten, insbesondere im technischen Bereich, was sich hervorragend mit unserem Innovationsfokus in Sachsen deckt.“ Auch plant Indien, seine bisher noch eher bescheidene Mikroelektronik-Industrie stark auszubauen, hat dabei aber bislang eher wechselhafte Erfolge damit – hier könnte Sachsen womöglich helfen oder zumindest kooperieren.
„Der Freihandel ist nicht mehr das, was er einmal war.“
Dirk Panter, Wirtschaftsminister
Nach Meinung der sächsischen Wirtschaftsförderer ist eine Partnerschaft mit der indischen Region Tamil Nadu gerade jetzt besonders sinnvoll: „Indien ist ein Wachstumsmarkt für die nächsten Jahrzehnte“, zählt Panter auf. Und: „Der Freihandel ist nicht mehr das, was er einmal war. Mit Blick auf die geopolitischen Herausforderungen müssen sächsische Firmen ihre Absatzmärkte diversifizieren. Indien ist ein Partner, der unsere demokratischen Werte teilt – eine sehr gute Basis, um unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen.“
„Riesiges Reservoir an jungen, gut ausgebildeten Talenten“
Das sieht Geschäftsführer Thomas Horn von der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) ähnlich: „Indien bietet nicht nur einen großen und schnell wachsenden Absatzmarkt, sondern auch viele Möglichkeiten für Zulieferungen zur Stärkung und Diversifizierung der eigenen Wertschöpfungsketten. Außerdem gibt es hier im bevölkerungsreichsten Land der Welt auch ein riesiges Reservoir an jungen, gut ausgebildeten Talenten in verschiedensten Berufen.“
Autor: hw
Quelle: SMWA
Wirtschaft, Sachsen, Indien, Wirtschaftskooperation, Fachkräftemangel, Mikroelektronik, Diversifizierung, Wirtschaftsförderung, Freihandel

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