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Leserbrief: Sorgen um die geplante Ansiedlung der FMC-Chipfabrik Magdeburg

Europa will eine eigene Chiplet-Technologie entwickeln, die Systeme aus vielen, ganz verschiedenen Komponenten wie KI-Beschleuniger, Sensoren, Optikdatenleitungen oder künstlichen Neuronen enthält. Visualisierung: Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt
Visualisierung: Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt

Magdeburg. Als Bürger aus Magdeburg mache ich mir zunehmend Sorgen um die geplante FMC-Investition. Es ist kein tatsächlicher Projektfortschritt erkennbar. Weder Vermessungen noch Planungen wurden vorgestellt, es läuft schlichtweg nichts an.

Auch die HTP GmbH, die als Landgesellschaft die Flächen verwaltet und über deren Vergabe entscheidet, scheint bislang keine konkreten Industrieansiedlungen zustande zu bringen, trotz erheblicher öffentlicher Fördermittel. Für mich stellt sich die Frage, wie lange noch Steuergeld in Projekte fließt, deren Realisierung völlig offen ist.

Was ich besonders unverständlich finde: Warum setzt man nicht auf Zukunftstechnologien wie KI-Rechenzentren? In ganz Europa inkl. Frankfurt entstehen derzeit entsprechende Projekte, die enorme Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Investitionen anziehen. Magdeburg hätte dafür ideale Voraussetzungen, günstigen Strom aus erneuerbaren Energien, freie Netzkapazitäten und ausreichend Fläche.

Stattdessen hält man an einer Chipfabrik fest, obwohl das Intel-Beispiel bereits gezeigt hat, wie riskant solche Vorhaben sind.

„Leistungsfähiger KI-Infrastrukturstandort wäre nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch sicherheitsrelevant“

Ein leistungsfähiger KI-Infrastrukturstandort wäre nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch sicherheitsrelevant – etwa im Bereich der Drohnenabwehr, Datenverarbeitung und Forschung. Deutschland droht hier international den Anschluss zu verlieren, wenn diese Chancen erneut ungenutzt bleiben. Magdeburg baut ja gerade auch das Power-Umspannwerk am Eulenberg.

Ich hoffe sehr, dass Sie sich des Themas annehmen und mit Ihrer journalistischen Stimme für mehr Transparenz, Aufklärung und Verlässlichkeit in der regionalen Wirtschaftspolitik eintreten. Viele Bürger wünschen sich wieder nachvollziehbare Entscheidungen und glaubwürdige Perspektiven – damit das Vertrauen in Politik und Standort nicht völlig verloren geht und populistische Kräfte nicht weiter an Boden gewinnen.

Autor: FF

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt