Ifo und IfW senken Wirtschaftsprognose für Deutschland weiter
Zeichen stehen auf Stagnation
München/Kiel, 4. September 2025. Wegen Trump-Effekten und anhaltender Reformstaus senken Ökonomen ihre Wirtschaftsprognose für Deutschland weiter. So senkt das Ifo-Institut seine Wachstumsprognose für 2025 von +0,3 auf +0,2 Prozent – was auf Stagnation hinauslaufen würde. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) Kiel drittelt seine Prognose auf 0,1 Prozent im Vergleich zur Sommerprognose.
Zwar hätten sich „die Aussichten im Zuge erwarteter staatlicher Mehrausgaben zunächst etwas aufgehellt. Doch: „Die Triebkräfte für einen selbsttragenden Aufschwung sind weiterhin schwach“, betont IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths. „Ohne ambitionierte Strukturreformen dürften die fiskalischen Impulse über konjunkturelle Strohfeuereffekte kaum hinauskommen.“ Dämpfend für den Welthandel und damit die deutsche Exportwirtschaft wirke die Anti-Freihandelspolitik der US-Regierung. „Auch die zunehmende Konkurrenz durch chinesische Produkte auf den Absatzmärkten macht den deutschen Exporteuren zu schaffen“, erklärt Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel. „Gleichzeitig gehen die chinesischen Einfuhren deutscher Waren zurück.“
Ähnlich sehen das die Münchner Volkswirte: „Die US-Zölle belasten die deutsche Wirtschaft nach wie vor spürbar“, meint Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Von der Einigung im Zollstreit zwischen den USA und der EU sind keine unmittelbaren Effekte auf die Prognose zu erwarten.“
„Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung dürften vor allem ab dem kommenden Jahr Wirkung entfalten. Wenn sie konsequent und überzeugend umgesetzt werden und dadurch die aktuelle Unsicherheit abnimmt, kann die Finanzpolitik helfen, die deutsche Wirtschaft aus der Krise zu hieven“, sagt Wollmershäuser. „Bleibt es jedoch beim wirtschaftspolitischen Stillstand, drohen weitere Jahre der wirtschaftlichen Lähmung und der Erosion des Unternehmensstandorts.“
Die führenden Wirtschaftsforschungs-Institute hatten ihre Prognosen in den vergangenen Jahren und Monaten bereits mehrfach senken müssen. Die Hoffnung auf einen Reformschub durch den Regierungswechsel in Berlin verpuffte nicht zuletzt an den Handelskriegen von US-Präsident Dona
d Trump gegen den Rest der Welt.
Autor: hw
Quellen: Ifo, IfW

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