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„Homeoffice“ hat sich eingependelt: Jeder Vierte arbeitet daheim

Heimarbeit alias Home Office ist wieder auf dem Vormarsch - aber kommt bei neuen Stellen kaum als Lockangebot vor. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt
Jeder vierte Beschäftigte arbeitet mindestens gelegentlich daheim. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Quote ändert sich seit Corona kaum noch

München/Berlin, 2. September 2025. Die „Homeoffice“-Quote hat sich bei 24 bis 25 Prozent einpendelt, was heißt: Etwa jeder vierte Beschäftigte arbeitet daheim und daran ändert sich auch nicht mehr viel. Das geht aus einer Analyse des Ifo-Instituts aus München hervor.

Ifo-Forscher: Rückhol-Aktionen bleiben Einzelfälle

„Die Homeoffice-Quote liegt seit 2022 recht stabil bei einem Viertel aller Beschäftigten“, betont Ifo-Forscher Jean-Victor Alipour. „Ein Trend zur Rückkehr ins Büro ist nicht erkennbar. Prominente Beispiele einzelner Unternehmen, die ihre Beschäftigten zurück ins Büro holen, bleiben Einzelfälle.“

Wenig Spielraum in der Baubranche: Nur 4 % im Homeoffice

Jedoch unterscheidet sich der Anteil der Heimarbeiter von Branche zu Branche: Im Dienstleistungssektor arbeiten rund 35 Prozent zumindest teilweise zu Hause. In der Industrie sind es dagegen nur 15,7 Prozent, im Handel zwölf Prozent und in der Baubranche gar nur 4,4 Prozent.

Bitkom: Jedes 5. Unternehmen will mobiles Arbeiten eindampfen oder abschaffen

Zudem gibt es auch gegenläufige Trends: So ergab eine Bitkom-Umfrage im Mai 2025 ganz andere Werte – die sich allerdings nicht auf die Beschäftigen-, sondern die Unternehmensperspektive fokussierte. Demnach ermöglichen 58 Prozent der Unternehmen mobiles Arbeiten wie Homeoffice zumindest für einen Teil der Belegschaft. Ein Fünftel hat früher Homeoffice angeboten, tut dies heute aber nicht mehr. Ebenfalls 20 Prozent gaben an, dass es bei ihnen noch nie die Möglichkeit zu Homeoffice gegeben habe. Und: Ein Fünftel der in der Bitkom-Erhebung befragten Firmen will das Arbeiten zu Hause reduzieren oder ganz abschaffen.

„Von gut organisierten hybriden Arbeitsmodellen können viele Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen profitieren.“
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst

Ob Letzteres so eine gute Idee ist, stellen auch die Experten vom deutschen Digitalwirtschaftsverband infrage: „Von gut organisierten hybriden Arbeitsmodellen mit der Möglichkeit zum Homeoffice können viele Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen profitieren“, argumentiert Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. „In einem angespannten Arbeitsmarkt mit Fachkräftemangel kann eine flexible Arbeitsgestaltung ausschlaggebend sein, wenn es darum geht, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten und zu finden.“

Viele junge Unternehmen setzen auf Heimarbeit

Entsprechend stark ist der Homeoffice-Trend daher auch bei kleinen und jungen Unternehmen: „Vor allem junge und schnell wachsende Unternehmen setzen auf Homeoffice. Bei den Arbeitgebern von morgen ist Homeoffice schon fest in der Kultur integriert“, meint Alipour. „Homeoffice ist und bleibt etabliert.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Ifo München, Bitkom

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger