Eis vom Kometen

Sächsischer Süßwarenproduzent „Komet“ behauptet sich vor allem in Ostdeutschland
Großpostwitz, 10. August 2025. Eiscreme-Pulver, Eierkuchen, Pudding, Grießbrei, Quarkkeulchen – in Ostdeutschland assoziieren viele Menschen diese und andere Süßigkeiten zum Selbermachen mit dem Namen „Komet“. Gegründet 1924 in einem Oberlausitzer Hinterhof als Teigwaren-Fabrik durch den Bäckermeister Albert Umlauf und dessen Schwiegersohn, den Banker Georg Pöhle, hat sich der sächsische Lebensmittel-Hersteller in den vergangenen 100 Jahren einen Namen gemacht: erst mit Nudeln und dann vor allem mit Instantpulver-Leckereien, auch und gerade während der Zeit als Staatsbetrieb zu DDR-Zeiten. Morgen will Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den traditionsreichen Familienbetrieb in Großpostwitz besuchen und will „bei einem Betriebsrundgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch kommen“, wie die Staatskanzlei angekündigte.
„Das Sortiment umfasst mittlerweile neben 44 Sorten Softeispulver über 80 verschiedene Artikel an Back- und Dessertmischungen“, heißt es von „Komet“ selbst. Insgesamt beschäftigt der Betrieb derzeit 26 Menschen. Ein Teil von ihnen ist damit fortlaufend beschäftigt, neue Rezepte und Pulvermischungen zu ersinnen.
Speiseeis-Pulver „noch heute der Kassenschlager“
Tüftelei hat eine lange Tradition im Unternehmen: In der Regie von Mitgründer Georg Pöhle stieg die Produktion der „Komet Teigwarenfabrik“ bis 1944 auf 800 Tonnen Teigwaren im Jahr. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Gerolf Pöhle die Leitung. Er habe Komet auch nach der Zwangsverstaatlichung 1972 „als angestellter Direktor durch die Planwirtschaft“ gesteuert, heißt es aus dem Unternehmen über die DDR-Zeit. Seine Frau Regina und er entwickelten 1960 die Rezeptur für ein Speiseeispulver, das jedermann zu Hause im eigenen Gefrierfach zubereiten konnte. „Damals eine Sensation auf dem Markt und noch heute ist dieses Produkt von Komet der Kassenschlager“.
Fruko-Pudding und Co. aus Erfurt reanimiert
Im April 1990 wurde Komet wieder zum Privatbetrieb im Eigentum der Pöhles und Försters. Seitdem haben beide Familien das Sortiment ausgebaut, einige ihrer Fertigmischungen sind laut eigenen Angaben marktführend in Ostdeutschland. Angesichts des breiteren Sortiments und der guten Nachfrage investierten die Pöhles und Försters 1995/96 rund sechs Millionen D-Mark in ein weiteres Produktionsgebäude. 2005 reanimierte „Komet“ zudem noch die Marke und das Sortiment „Rotplombe“, mit dem zu DDR-Zeiten die Erfurter Nährmittelwerke bekannt geworden waren. Dazu gehören beispielsweise der „Fruko-Pudding“, Tortengüsse und „Alfons’ Zitterpudding“. 2007 baute Komet eine weitere Halle, die seither geothermisch mit Energie versorgt wird. 2021 übernahm Angela Pöhle die Geschäftsführung.
Autor: hw
Quellen: Staatskanzlei, Komet, Wikipedia, Oiger-Archiv

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