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Sachsens Biotech wittert neue Chancen durch Pflegeroboter und Diagnose-KIs

So etwa soll der künstliche Pflegeheim-Nachtwächter aussehen, den die HTW zusammen mit Partnern entwickeln will. Auch einen Namen hat der Roboter schon: In Anlehnung an Sachsens wohl berühmtesten Kurfürsten (August der Starke) haben ihn die HTW-Tüftler "August der Smarte" getauft- Letztlich basiert der mobile Assistent basiert allerdings auf einem Basisdesign aus Thüringen: auf der Roboter-Plattform der Firma MetraLabs Ilmenau. Foto: HTW Dresden
Ein künstlicher Pflegeheim-Nachtwächter, den die HTW Dresden zusammen mit Partnern entwickelt hat. Solche und andere neue lebenswissenschaftlichen Produkte könnten Sachsens Wirtschaft neue Märkte eröffnen. Foto: HTW Dresden

Branche braucht aber besseren Zugang zu Risikokapital und weniger Bürokratie

Dresden/Leipzig, 12. Juni 2025. Sachsens Lebenswissenschaftler, Mikroelektroniker, Maschinenbauer, Textilexperten und Programmierer sollen enger zusammenarbeiten, um neue Produktlinien für die florierende sächsische Biotech-Branche zu ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise Pflegeroboter, innovative Medizintextilien und sensorgestützte Diagnose-KIs. Das hat Geschäftsführer Thomas Horn von der staatlichen „Wirtschaftsförderung Sachsen“ (WFS) anlässlich des 25. Jubiläums der „Biotechnologie-Offensive Sachsen“ vorgeschlagen. Allerdings brauche die Branche auch einen besseren Zugang zu Risikokapital, schnellere Genehmigungsverfahren und müsse „Künstliche Intelligenz“ (KI) stärker in Forschung und Produktion integrieren.

„Erfolgsgeschichte des speziellen Ökosystems hier am Standort“

„Die Erfolgsgeschichte der Biotechnologie-Offensive ist auch die Erfolgsgeschichte des speziellen Ökosystems hier am Standort“, betonte Horn und verwies auf das interdisziplinäre  Zusammenspiel von Wirtschaft, Wissenschaft, Clustern und Netzwerken im Freistaat. „Dieses Ökosystem bildet auch über die Biotechnologie hinaus die Grundlage für wegweisende Entwicklungen in weiteren fachlich nahestehenden Bereichen wie Medizintechnik, digitale Gesundheit oder Radiopharmazie.“

15.000 Jobs in Biotech, Pharma und Medizintechnik

Das Kabinett in Dresden hatte zur Jahrtausend-Wende die Biotechnologie als neues Standbein für Sachsen ausgerufen – neben Mikroelektronik, Automobil- und Maschinenbau. Seitdem hat der Freistaat laut Angaben des Wirtschaftsministeriums über eine Milliarde Euro in die Biotech-Forschung und -Wirtschaft investiert. Dazu gehörten und gehören die Biotech-Gewerbezentren Bioz I und II in Dresden, die Biocity Leipzig, außerdem zusätzliche Lehrstühle und Forschungseinrichtungen an den Unis beider Städte, Netzwerke wie „Biosaxony“ und weitere Bausteine. Insgesamt umfasse die Biotech-Branche im Freistaat inzwischen reichlich 300 Akteure und über 15.000 Beschäftigte in der Biotechnologie, Pharmazie und Medizintechnik. Als sächsische Spezialisierung hat sich zudem ein Radiopharma-Cluster in Dresden und Radeberg gebildet. Zwischenzeitlich hatte es allerdings auch Kritik gegeben, dass die Biotech-Branche zumindest in Dresden stagniere und eine „zweite Biotech-Offensive“ gebraucht werde.

Dirk Panter. Foto: Jürgen Lösel für das SMWA
Dirk Panter. Foto: Jürgen Lösel für das SMWA

Wirtschafts-Panter: Sachsen ist bei Zukunftstechnologien ganz vorn dabei

Dennoch fällt ein Vierteljahrhundert nach dem Startschuss die Bilanz eher positiv aus – zumindest bei den Politikern: „Die Biotechnologie-Offensive ist ein sächsisches Erfolgsmodell“, ist der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) überzeugt. „Sie hat nicht nur hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch dazu beigetragen, dass Sachsen heute bei Zukunftstechnologien wie personalisierter Medizin, biotechnologischen Verfahren sowie Medizintechnik-basierten Innovationen in Deutschland ganz vorn dabei ist.“

Michael Kretschmer. Foto: CDU-Landesverband Sachsen
Michael Kretschmer. Foto: CDU-Landesverband Sachsen

Ähnlich sieht dies Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU): „Es ist den klugen Entscheidungen vieler Beteiligter aus Wissenschaft, Wirtschaft und der Staatsregierung zu verdanken, dass der Freistaat heute eine der dynamischsten Life-Sciences-Regionen Deutschlands ist.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SMWA, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger