Jeder 4. junge Krebspatient erleidet Rückschlag

Europa-Projekt „Kayac+“ unter Dresdner Führung soll klären warum
Dresden, 9. Mai 2025. Warum Krebsbehandlungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht so große Fortschritte machen wie bei erwachsenen Patienten, will das europäische Konsortium „Kayac+“ unter Dresdner Führung herausbekommen. Dafür vergleichen Nachwuchswissenschaftler beispielsweise die Erfolge mit Chemo-, Protonen- wie auch klassischer Strahlentherapien sowie Operationen. Das hat die federführende medizinische Fakultät an der TU Dresden mitgeteilt.
Der Forscherverbund bekommt dafür von der EU eine Million Euro in den nächsten vier Jahren. Weitere 100.000 Euro schießt der Freistaat speziell für die sächsischen Forschungen zu.
Fokus liegt auch auf Protonentherapie
Ein besonderes Augenmerk der Dresdner Untersuchungen wird auf der Protonentherapie liegen: Dabei werden durch große Beschleuniger die Atomkern-Teilchen nahe an die Lichtgeschwindigkeit gebracht und die Tumore damit beschossen. Im Vergleich zur Röntgen-Bestrahlung ist diese Therapie genauer und schont auch das umliegende und dahinter liegende Gewebe besser. Die Protonentherapie bieten weltweit rund 140 Zentren an. Davon befinden sich vier in Deutschland. Seit 2014 gibt es solch einen medizinischen Partikelbeschleuniger auch in Dresden.
„Nahezu alle mit Protonen behandelten Patientinnen und Patienten nehmen wir gleichzeitig in klinische Studien auf, um Einsatz und Wirksamkeit der Therapie zu belegen und zu verbessern“, erklärt Esther Troost, die Professorin für Bildgestützte Hochpräzisionsstrahlentherapie an der TUD. „Im Rahmen des Projekts wollen wir uns nun gezielt mit verschiedenen wissenschaftlichen Fragen der Photonen- und Partikeltherapie bei Krebserkrankungen im Jugendalter befassen.“ Dafür stellt das Konsortium zwei Doktoranden am Dresdner Oncoray-Zentrum und in der Skandion Clinic und der Universität Stockholm in Schweden ein.
Hintergrund: Pro Jahr erkranken in Europa etwa 150.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 39 Jahren an Krebs. Zwischen zehn und 25 Prozent der behandelten Jugendlichen und jungen Erwachsenen erleiden einen Rückfall oder entwickeln im weiteren Leben durch die Therapie bedingte, jedoch unerwünschte weitere Tumore. Die häufigsten bösartigen Krebserkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreffen die weibliche Brust, die Schilddrüse, Hoden, das Gehirn oder Rückenmark, Knochen oder Weichgewebe und Lymphdrüsen. Diese Krebserkrankungen werden mit einer Kombination aus Operation, Chemotherapie und/oder Immuntherapie sowie Bestrahlung behandelt.
Bisher gibt es nur Vermutungen, warum sich die Heilungschancen dieser jüngeren Patienten nicht so stark verbessern wie in der Altersgruppe jenseits von 40 Jahren. Möglich wären mangelnde Therapietreue, genetische Tumor-Eigenschaften, hormonelle Faktoren, aber auch durch die Behandlung entstehende sekundäre Tumorerkrankungen.
Quelle: TUD

Ihre Unterstützung für Oiger.de!
Ohne hinreichende Finanzierung ist unabhängiger Journalismus nach professionellen Maßstäben nicht dauerhaft möglich. Bitte unterstützen Sie daher unsere Arbeit! Wenn Sie helfen wollen, Oiger.de aufrecht zu erhalten, senden Sie Ihren Beitrag mit dem Betreff „freiwilliges Honorar“ via Paypal an:
Vielen Dank!

