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Jeder 4. junge Krebspatient erleidet Rückschlag

Krebspatienten profitieren in Dresden von einer hochgenauen Planung der Protonentherapie. Wissenschaftler nutzen hierfür die Vorteile einer innovativen Bildgebungsmethode. Quelle: NCT Dresden/ Philip Benjamin, OncoRay
Verhilft die Protonentherapie zu besseren Behandlungsfortschritten bei Jugendlichen? Das „Kayac+“-Projekt soll auch dies untersuchen. Quelle: NCT Dresden/ Philip Benjamin, Oncoray

Europa-Projekt „Kayac+“ unter Dresdner Führung soll klären warum

Dresden, 9. Mai 2025. Warum Krebsbehandlungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht so große Fortschritte machen wie bei erwachsenen Patienten, will das europäische Konsortium „Kayac+“ unter Dresdner Führung herausbekommen. Dafür vergleichen Nachwuchswissenschaftler beispielsweise die Erfolge mit Chemo-, Protonen- wie auch klassischer Strahlentherapien sowie Operationen. Das hat die federführende medizinische Fakultät an der TU Dresden mitgeteilt.

Der Forscherverbund bekommt dafür von der EU eine Million Euro in den nächsten vier Jahren. Weitere 100.000 Euro schießt der Freistaat speziell für die sächsischen Forschungen zu.

Fokus liegt auch auf Protonentherapie

Ein besonderes Augenmerk der Dresdner Untersuchungen wird auf der Protonentherapie liegen: Dabei werden durch große Beschleuniger die Atomkern-Teilchen nahe an die Lichtgeschwindigkeit gebracht und die Tumore damit beschossen. Im Vergleich zur Röntgen-Bestrahlung ist diese Therapie genauer und schont auch das umliegende und dahinter liegende Gewebe besser. Die Protonentherapie bieten weltweit rund 140 Zentren an. Davon befinden sich vier in Deutschland. Seit 2014 gibt es solch einen medizinischen Partikelbeschleuniger auch in Dresden.

„Nahezu alle mit Protonen behandelten Patientinnen und Patienten nehmen wir gleichzeitig in klinische Studien auf, um Einsatz und Wirksamkeit der Therapie zu belegen und zu verbessern“, erklärt Esther Troost, die Professorin für Bildgestützte Hochpräzisionsstrahlentherapie an der TUD. „Im Rahmen des Projekts wollen wir uns nun gezielt mit verschiedenen wissenschaftlichen Fragen der Photonen- und Partikeltherapie bei Krebserkrankungen im Jugendalter befassen.“ Dafür stellt das Konsortium zwei Doktoranden am Dresdner Oncoray-Zentrum und in der Skandion Clinic und der Universität Stockholm in Schweden ein.

Hintergrund: Pro Jahr erkranken in Europa etwa 150.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 39 Jahren an Krebs. Zwischen zehn und 25 Prozent der behandelten Jugendlichen und jungen Erwachsenen erleiden einen Rückfall oder entwickeln im weiteren Leben durch die Therapie bedingte, jedoch unerwünschte weitere Tumore. Die häufigsten bösartigen Krebserkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreffen die weibliche Brust, die Schilddrüse, Hoden, das Gehirn oder Rückenmark, Knochen oder Weichgewebe und Lymphdrüsen. Diese Krebserkrankungen werden mit einer Kombination aus Operation, Chemotherapie und/oder Immuntherapie sowie Bestrahlung behandelt.

Bisher gibt es nur Vermutungen, warum sich die Heilungschancen dieser jüngeren Patienten nicht so stark verbessern wie in der Altersgruppe jenseits von 40 Jahren. Möglich wären mangelnde Therapietreue, genetische Tumor-Eigenschaften, hormonelle Faktoren, aber auch durch die Behandlung entstehende sekundäre Tumorerkrankungen.

Quelle: TUD

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger