Treibt Terror-Schutz das Dixifestival, Filmnächte und andere Feste ins Aus?
Veranstalter und Kammer in Dresden schlagen Alarm
Dresden, 16. April 2025. Immer mehr Volksfeste stehen durch die Terrorangriffe jüngeren Vergangenheit in Frage. Nun trifft es womöglich auch eine Reihe von sehr traditionsreichen Festen. Darauf hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden hingewiesen. Denn die Stadt verweist bei den Kosten für Sicherheitsmaßnahmen auf die privaten Veranstalter – und die fühlen sich überfordert und schlagen Alarm.
„Andernfalls sehen wir uns gezwungen, Formate einzustellen“
Konkret geht es demnach um das Dixiland-Festival, das SZ-Fahrradfest, die Filmnächte am Elbufer, mehrere Laufsport-Veranstaltungen, das Familienfest Neustädter Frühling, das Elbhangfest sowie kleinere Stadtteilfeste. Die Kommune müsse ihrer Verantwortung gerecht werden und „die Finanzierung sowie Organisation von Terrorsicherungsmaßnahmen nicht den Veranstaltern aufbürden“, warnen die Organisatoren. „Andernfalls sehen wir uns gezwungen, Formate einzustellen oder aus dem Stadtgebiet zu verlagern – mit gravierenden Folgen für das gesellschaftliche Leben, die kulturelle Vielfalt und den Tourismusstandort Dresden.“
IHK-Arbeitskreis: Schutz vor Terror ist Aufgabe des Staates
„Wir Veranstalter erkennen unsere Verantwortung für die innere Sicherheit auf unseren Veranstaltungen ausdrücklich an“, betont der IHK-Arbeitskreis „Veranstaltungswirtschaft“. „Wir sorgen für Ordner, Rettungswege, Brandschutz, Sicherheitskonzepte und vieles mehr – das ist unsere Pflicht, und dieser kommen wir nach. „Doch der Schutz vor terroristischen Gefahren geht über die gewöhnliche Veranstaltungsabsicherung hinaus und fällt klar in den Aufgabenbereich des Staates.“
Islamisten-Terror hat Sicherheitsauflagen hochgedreht
Hintergrund sind die Amok- und Terrorangriffe von Islamisten und anderen Tätern, die teils mit Lastern und Autos, teils mit Messern und Sprengstoffen auf Weihnachtsmärkten und anderen Veranstaltungen oder im öffentlichen Raum so viel wie möglich Menschen zu ermorden versuchten und dies oft auch schafften. Dazu gehörten die Angriffe auf dem Breitscheidplatz in Berlin, in Magdeburg, Ansbach, Waldkraiburg, nahe am Dresdner Residenzschloss, Duisburg, Mannheim, Solingen und andere Terrorattacken.
Seither verschärft die Polizei bundesweit und auch die Dresdner Polizei ihre Sicherheitsauflagen für öffentliche Feste. Dazu gehören genehmigungsfähige Zufahrtskonzepte, schwere Sperranlagen zur Terrorabwehr, damit verbundene Logistik sowie die notwendige Bewachung rund um die Uhr.
Autor: Oiger
Quellen: IHK Dresden, Bundesamt für Verfassungsschutz

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