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Schutzschilde gegen Seitenkanal-Datenschnüffler gefragt

Mit einem klassischen Spannungsmesser mag man nicht weit kommen - doch mit präzisen modernen Sensoren lassen sich per Seitenkanal-Angriff aus Stromverbrauch, EM-Feldern und Signallaufzeiten Rückschlüsse auf die fließenden Daten in ansonsten geschützten Systemen ziehen. Foto: Heiko Weckbrodt
Mit einem klassischen Spannungsmesser mag man nicht weit kommen – doch mit präzisen modernen Sensoren lassen sich per Seitenkanal-Angriff aus Stromverbrauch, EM-Feldern und Signallaufzeiten Rückschlüsse auf die fließenden Daten in ansonsten geschützten Systemen ziehen. Foto: Heiko Weckbrodt

Cyberagentur Halle lobt „SCA4PQC“-Wettbewerb für die Post-Quanten-Kryptographie aus

Halle, 1. April 2025. Um vertrauliche Daten in Deutschland zukünftig nicht nur gegen Quanten-Codeknacker, sondern auch gegen sogenannte „Seitenkanal“-Angriffe mit physikalischen Methoden zu schützen, hat die Bundes-Cyberagentur in Halle das Forschungsprogramm „Seitencanal-Angriffe für die Post-Quanten-Kryptographie“ („SCA4PQC“) ausgelobt. Unis, Hochschulen, Forschungsinstitute und Unternehmen können sich dabei um Zuschüsse bewerben, wenn sie praxistaugliche Konzepte für dieses Problem einreichen.

Programmleiter sieht darin eine Frage der digitale Souveränität

„Die Absicherung digitaler Infrastrukturen gegen Quanten- und Seitenkanalangriffe ist eine wesentliche Voraussetzung für die digitale Souveränität der Zukunft“, betont Cyberagentur-Programmleiter Dr. Matthias Minihold. „Nur durch gezielte Forschung und Entwicklung könnten kryptographische Verfahren geschaffen werden, die den Bedrohungen der kommenden Jahre standhalten.“

Seitenkanal-Angriffe werten Stromverbrauch und EM-Felder aus

Hintergrund: Selbst wenn Daten gut verschlüsselt sind, gibt es Angriffspunkte: Viele Codes, die zum Beispiel auf Faktorisierung beruhen, werden sich in Zukunft durch Quantencomputer in Sekunden knacken lassen. Außerdem lassen sich manche Speicherchips oder ganze elektronische Geräte auf Umwegen auslesen: Solche „Seitenkanal“-Angriffe basieren zum Beispiel darauf, Stromverbrauch, Signallaufzeiten oder elektromagnetische Abstrahlungen von außen präzise auszumessen und daraus Rückschlüsse auf die übermittelten Daten zu ziehen. Auch hier beeinflusst die Quantentechnologie die  Angriffssicherheit: Durch hochempfindliche Quantensensoren könnten solche Messungen in Zukunft nämlich einfacher werden.

Schutz für virtuelle Rechner, IoT und Smartcards

Gegen derartige Attacken will die Cyberagentur in Zukunft physische und virtuelle PCs, Rechnerwolken (Clouds), aber auch Smartcards und Geräte im Internet der Dinge (IoT) besser schützen. Gerade im IoT sind dabei besondere Ideen gefragt und „aufgrund begrenzter Ressourcen besondere Schutzmaßnahmen erforderlich“, heißt es von der Cyberagentur.

An solchen kniffligen Aufgaben forscht die Agentur aber nicht selbst, sondern richtet Wettbewerbe mit Preisgeldern aus, an denen sich dann Institute und Firmen mit ganz unterschiedlichen Konzepten beteiligen können. Konkret im Programm „SCA4PQC“ sollen die Teilnehmer der ersten Runde drei Jahre Grundlagenforschung betreiben und dann binnen eines Jahres einen funktionierenden Demonstrator bauen.

Weitere Infos dazu gibt es hier im Netz.

Autor: hw

Quellen: Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger