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Südkoreas Chipindustrie will 64-Stunden-Woche

Foto: Samsung
Foto: Samsung

52-Stunde-Woche war erst 2018 gegen Arbeitszeit-Exzesse eingeführt worden

Seoul, 16. März 2025. Wer in Koreas Chipwerken tätig ist, insbesondere junge Forscher und Ingenieure, soll künftig wieder bis zu 64 statt „nur“ 52 Stunden pro Woche arbeiten. Das fordert laut einem Bericht von „The Korea Times“ die südkoreanische Halbleiterindustrie von der Regierung in Seoul. Andernfalls drohe man hinter den aufstrebenden Chinesen zurückzufallen, heißt es zur Begründung.

Die 52-Stunden-Woche hatte die liberale Regierung von Moon Jae-in erst 2018 eingeführt, um die exzessiven Arbeitszeiten in Südkorea einzudämmen. Die aktuelle Regierung wollte der Mikroelektronik-Industrie bereits mit sechsmonatigen Ausnahmen von der Arbeitszeit-Obergrenze entgegen kommen. Das reicht den Halbleiterriesen aber nicht: Sie fordern, dass ihre Beschäftigten drei Jahre lang auch 64 Stunden pro Woche arbeiten dürfen.

Mikroelektronik-Großmacht sieht Taiwan und inzwischen auch China auf der Überholspur

Südkorea gilt mit rund 20 Prozent Weltmarktanteil als einer der international führenden Mikroelektronik-Standorte. Zu den größten und bekanntesten Herstellern gehören Samsung und SK Hynix. Taiwan hat Südkorea in der Chiproduktion bereits überholt, dort sind riesige Halbleiter-Auftragsfertiger wie TSMC und UMC gewachsen. Und auch China, wo es teils ähnlich exzessive Arbeitszeiten geben soll wie in Japan oder Südkorea, erobert sich nach und nach in ausgewählten – bisher eher niedertechnologischen – Marktsegmenten neue Positionen, spielt aber im Highend-Bereich noch lange keine so wichtige Rolle wie Taiwan oder Südkorea.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: „The Korea Times“, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger