KI soll Altersgebrechen von Holzhäusern vorhersagen

Hochschulen Eberswalde und Wildau starten gemeinsames Forschungsprojekt „Wave“
Eberswalde/Wildau, 12. Februar 2025. Künstliche Intelligenzen (KI) sollen künftig die Alterung der wieder in Mode gekommenen Holzhäusern abschätzen. Darauf zielt das gemeinsame Vorhaben „Wood Aging Visualization and Estimation“ (Wave) der „Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde“ und der Technischen Hochschule (TH) Wildau. Außerdem wollen die Forscher neue Bio-Lacke entwickeln, die Holz länger fit und schön halten.
„Völlig neue Perspektiven für nachhaltigen Einsatz von Holz in der Bauwirtschaft“
„Durch den Einsatz modernster Technologien, wie maschinelles Lernen und XR-Visualisierung eröffnen wir völlig neue Perspektiven für den nachhaltigen Einsatz von Holz in der Bauwirtschaft“, betonte Prof. René Krenz-Baath von der TH Wildau. Immerhin gelte Holz nicht nur als ein „ästhetisch ansprechender, sondern auch ein nachhaltiger Baustoff, der durch die Bindung von Kohlenstoffdioxid zur Verringerung von Treibhausgasen beiträgt“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung beider Hochschulen. Dabei sollen vor allem regionale Holzarten wie Kiefer, Robinie, Eiche, Buche und Ahorn im Fokus stehen, „um auch den Herausforderungen des Klimawandels Rechnung zu tragen“.
Digitale Modelle sollen Alterung virtuell sichtbar machen
Konkret wollen die Forscher Daten aus dem Holz in digitale Modelle einspeisen, um daraus mit KI-Hilfe Alterungsprognosen für konkrete Anwendungsfälle zu ermöglichen. Gefragt sind unter anderem Voraussagen, wie sich ein Holzhaus im Laufe der Jahre verzieht oder seine Farbe verändert – und welche Rolle dabei Sonnenlicht und andere Faktoren vor Ort spielen. Diese Prognosen wollen die Forscher dann in einer „erweiterten Realität“ sichtbar machen – zum Beispiel mit Smartphones oder Datenbrillen, die über ein Holzhaus vor Ort dessen Aussehen nach Jahrzehnten projizieren. „Diese Anwendungen können in den Bereichen Building Information Modeling (BIM) in der digitalisierten Bauplanung und dem Computer-Aided Design (CAD) eingesetzt werden“, betonen die Wissenschaftler. „Daraus entstehende Anwendungen würden direkt Möglichkeiten schaffen, Holzressourcen effizienter und nachhaltiger in Bau- und Designprojekten zu nutzen.“

Holzhäuser liegen wieder im Trend
Hintergrund: Holzbau und konkret auch Holzhäuser erleben seit einigen Jahren eine Renaissance in Deutschland. Grund: Ihre Baustoffe müssen nicht mit hohem Energie- und Ressourcenaufwand hergestellt werden wir beim Zement für den klassischen Betonhausbau, sondern wachsen nach und binden dabei Kohlendioxid aus der Luft. Zudem lassen sich mit den leichten Holzbauelementen ohne statische Probleme auch zusätzliche Etagen auf Bestandsgebäuden hinzufügen. Allerdings erfordert diese Technologie eine sehr präzise Verarbeitung und Montage, andernfalls können sich die Holzhäuser verziehen, quellen oder anderweitig Schaden nehmen, wie erst jüngst aus Berlin zu lesen war. Viele Protagonisten der Holzbau-Renaissance sind unter anderem in Sachsen und Brandenburg angesiedelt.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: TH Wildau, Oiger-Archiv, Berliner Zeitung, Wikipedia

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