Görlitzer bauen künftig Panzer statt Bahnen

KNDS übernimmt Werk Görlitz von Alstom und will dort auch Leopard-Teile herstellen
Görlitz, 6. Februar 2025. Der Rüstungskonzern KNDS übernimmt das Bahnwerk von Alstom in Görlitz. Darauf haben sich beide Unternehmen in einer Rahmenvereinbarung geeinigt, teilte KNDS mit.
Rüstungskonzern übernimmt Teil der Belegschaft
KNDS übernimmt demnach 350 bis 400 der rund 700 Bahnwerker in der ostsächsischen Grenzstadt. Bis zu 175 weitere Beschäftigte erhalten Jobangebote an anderen KNDS- und Alstom-Standorten. „KNDS plant in Görlitz verschiedene Baugruppen für den Kampfpanzer Leopard 2 und den Schützenpanzer Puma, sowie Module für verschiedene Varianten des Radpanzers Boxer zu produzieren“, kündigte der Rüstungskonzern an. Das Werk soll schrittweise von 2025 bis 2027 auf das neue Profil umgestellt werden. Derzeit stellt das Werk Görlitz noch Doppelstockwagen und Straßenbahnen her.
Politiker freuen sich
„Görlitz kann stolz sein auf seine lange Geschichte als Industriestadt. Heute beginnt ein neues Kapitel dieser Geschichte“, kommentierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vor Ort die Einigung. „Es sind sehr gute Nachrichten, dass Industriearbeitsplätze erhalten bleiben, obwohl Alstom aus Görlitz weggeht.“ Und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schätzte ein: Vor allem das hier vorhandene Wissen und Können der Beschäftigten hat den Ausschlag gegeben, dass es weitergeht, dass auch künftig an diesem Ort investiert und produziert wird.“
KNDS war ursprünglich Lok-Fabrik
KNDS führt seine deutschen Wurzeln bis auf die Münchner Maschinen- und Lokomotivfabriken von Joseph Anton Ritter von Maffei sowie dessen Schlosser Georg von Krauss zurück, die in den Jahren 1939 und 1866 gegründet wurden. Es folgten Zukäufe mehrere Besitzerwechsel. Im II. Weltkrieg wurde das Unternehmen zum Rüstungsbetrieb. 2015 fusionierten KMW und das französische Rüstungsunternehmen Nexter Systems zu KNDS. Bekannt ist der Konzern, der weltweit 4000 Menschen beschäftigt, vor allem für seine Leopard-Panzer.
Waggonbau Görlitz hat lange Traditionen im Bau von Doppelstockwagen und Straßenbahnen
Das Alstom-Werk Görlitz wiederum wurzelt im Waggonbau Görlitz. Der war traditionell auf Doppelstockwagen spezialisiert. Als Staatsbetrieb zu DDR-Zeiten beschäftigte der VEB zeitweise fast 4000 Menschen. Nach der Wende folgten Stellenabbau, mehrere Besitzerwechsel und Umprofilierungen. Zeitweise gehörte das Werk Görlitz zu Bombardier, ab 2021 dann zu Alstom.
Autor: hw
Quelle: KNDS

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