Wegen Trumps „Stargate“: Sachsen muss mehr in KI investieren
Supratix Dresden fordert mehr Rechenzentren und Praxisbeispiele
Dresden, 23. Januar 2025. Europa darf der „Stargate“-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump nicht in Schockstarre verfallen, sondern selber ambitioniertere Förderprogramme für „Künstliche Intelligenz“ (KI, englisch: AI) auflegen. Und gerade Sachsen müsse dabei eine Vorreiterrolle einnehmen, fordert Geschäftsführer Tobias Göcke vom Dresdner KI-Unternehmen „Supratix“: „Mit einer klaren Vision, starken Investitionen und mutigen politischen Entscheidungen können wir zum ,AI Valley’ Europas werden.“
Cluster aus Mikroelektronik, unternehmensnaher KI-Wirtschaft und KI-Forschung
Der Freistaat und speziell auch Dresden haben dafür laut einer Supratix-Marktanalyse in den vergangenen Jahren eine gute Basis aufgebaut. Dazu zählen auf KI spezialisierte Forschungseinrichtungen der TU Dresden und von Fraunhofer in Dresden, das in Dresden und Leipzig angesiedelte „Scads.AI“, eine Reihe – allerdings zumeist noch kleiner – KI-Firmen sowie die neuen, auf maschinelles Lernen und andere KI-Technologien spezialisierten Rechenzentren an der Uni Dresden und bei Helmholtz Dresden. Außerdem bietet die Mikroelektronik-Industrie im „Silicon Saxony“ gute Chancen, auch im Segment der KI-Spezialchips eigene Trends zu setzen.
Staatlicher KI-Entwicklungsfonds vorgeschlagen
Um Sachsen zu einem auch „global relevanten KI-Standort“ auszubauen, müsse mehr getan werden, heißt es in der Analyse: So seien weitere Investitionen in erstklassige KI-Rechenzentren nötig. Auch müssten KI-Lösungen viel schneller und breiter in Wirtschaft und Verwaltung ausgerollt werden. Des Weiteren fordern die Analysten eine KI-Bildungsoffensive von der Grundschule bis zur Uni. Nicht zuletzt sei eine gezielte Förderung heimischer Champions durch einen staatlich initiierter KI-Entwicklungsfonds wichtig – wobei die Autoren da zweifellos auch an das eigene Unternehmen denken, das sich auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in Geschäftsprozessen spezialisiert hat.
Auch Bitkom und KI-Bundesverband fordern Kurswechsel
Supratix steht mit diesen Forderungen allerdings nicht allein da: Ähnlich hatten sich Dresdner Fraunhofer-Forscher, die unter anderem das europäische KI-Sprachmodell „Teuken“ mit angelernt hatten, im Oiger-Gepräch geäußert. Und nachdem Präsident Trump kurz nach seinem Amtsantritt deutliche Deregulierungen sowie eine halbe Billion Dollar Investitionen in die – ohnehin bereits dominanten – KI-Wirtschaft der USA angekündigt hatte, haben nun auch der deutsche Digitalverband „Bitkom“ sowie der KI-Bundesverband einen raschen Kurswechsel in der europäischen und deutschen KI-Politik gefordert: weg von Überregulierung und Debatten über Phantomprobleme, hin zu „Endlich mal machen“.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Supratix, Positionspapier „Sachsens Aufstieg zum KI-Hotspot“, Oiger-Archiv

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