Elektronenstrahl-Massage kurbeln Kalkproduktion von Licht-Mikroben an

Fraunhofer Dresden will natürliche Quelle für Zement-Rohstoff liefern
Dresden, 24. November 2024. Um die kalk- und energiehungrige Zementindustrie etwas umweltfreundlicher zu machen, spannen sächsische Fraunhofer-Forscherinnen licht-schluckende Mikroorganismen ein. Das geht aus einer Mitteilung des „Fraunhofer-Instituts für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik“ (FEP) in Dresden hervor.
Temposchub für Photosynthese gefragt
Dafür massiert das Team um FEP-Projektleiterin Dr. Ulla König diese Winzlinge in Photobioreaktoren mit energiearmen Elektronenstrahlen. Damit möchte die Expertin die natürliche Fähigkeit dieser phototrophen – also lichtgespeisten – Mikroorganismen anregen, Kalk zu liefern. Ist die richtige Strahlendosis gefunden, könnte dies zu einer naturnahen und dennoch schnellen sowie industriell nutzbaren Kalkquelle für die Zementwirtschaft und damit letztlich für den Hausbau werden. Schöner Nebeneffekt: Die dabei ablaufende großtechnische Photosythese soll auch Kohlendioxid binden.
Schwache Elektronenkanonen sollen biogene Kalksteinsynthese stimulieren
„Die Optimierung und Skalierbarkeit der biogenen Kalksteinsynthese basierend auf dem mikrobiellen Biomineralisierungsprozess spielt eine wesentliche Rolle für zukünftige großtechnische Einsatzmöglichkeiten“, meint Projektleiterin König. „Dazu nutzen wir das biostimulierende Potenzial der Elektronenstrahltechnologie. Wir erschließen die dosisabhängige biopositive Wirkung von niederenergetischen, nicht-thermischen Elektronenstrahlprozessen auf die Stoffwechselvorgänge von phototrophen Mikroorganismen, um die biogene Kalksteinsynthese in seiner Effektivität und Wirtschaftlichkeit zu steigern.“
Globaler Bauaufschwung bindet Ressourcen
Hintergrund ist der globale steigende Zementbedarf der Bauindustrie: Weil die Weltbevölkerung steigt und auch viele Länder wie China, Indien oder Vietnam ihre industrielle Basis vergrößern, wächst auch der Bedarf an neuen Häusern, Straßen, Brücken und anderen Ingenieurbauwerken aus Beton – und damit eben auch an Kalk und dem daraus gemischten Zement. Auf der anderen Seite steht der Wunsch, den Abbau von fossilem Kalk und den erheblichen Energieverbrauch der Zementindustrie endlich zu drosseln. Dabei sollen die elektronenstrahl-massierten Lichtbakterien aus Dresden letztlich helfen.
Autor: hw
Quellen: Fraunhofer FEP, Wikipedia

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