Kosmischer Vielfraß in der Kinderstube des Universums entdeckt

Schwarzes Loch ist schon 10 Millionen Sonnen schwer – und hat immer noch Hunger
Dresden/Lagrange-Punkt, 7. November 2024. Astrophysiker haben im All ein extrem gefräßiges „Schwarzes Loch“ gefunden, das anscheinend aus der Frühzeit des Universums stammt – also aus der Zeit „kurz“ nach dem Urknall. Dabei haben sie das „James Webb Space Telescope“ (JWST) eingesetzt, das im Lagrange-Punkt 2 von Erde und Sonne im All geparkt ist. Das nun damit entdeckte Loch saugt 40-mal mehr Sternenstaub und andere Materia ein, als es laut den gängigen Theorien eigentlich fressen dürfte. Das geht aus einer Mitteilung der Technischen Universität Dresden (TUD) hervor.
Überfütterter Galaxiskern entzückt Astrophysiker
TUD-Professor Günther Hasinger, der derzeit das deutsche Großforschungszentrum für Astrophysik (DZA) in Görlitz aufbaut, ist regelrecht begeistert über den kosmischen Fund: „Dies ist das erste Mal, dass eine Galaxie im frühen Universum entdeckt wurde, die ihr zentrales massereiches Schwarzes Loch dramatisch überfüttert“, betont der DZA-Gründungsdirektor. „Ob damit das Rätsel der vom James Web Space Telescope entdeckten frühen Galaxien und Schwarzen Löcher gelöst werden kann, steht noch in den Sternen. Jedenfalls zeigt es, dass dieses Teleskop unser Verständnis des frühesten Universums grundlegend verschiebt.“
Endstation Schwerkraftfalle
Schwarze Löcher entstehen unter anderem, wenn sehr schwere Sterne am Ende ihres „Lebens“ nicht mehr genug Treibstoff für ihre Kernfusion haben und in sich zusammenfallen. „Schwarz“ heißen diese Stellen im All, weil nicht einmal das Licht mehr dieser Schwerkraftfalle entrinnen kann. Viele Galaxien – wie auch unsere Milchstraße – haben in ihrem Kern besonders massereiche Schwarze Löcher. Warum das so ist und wie dies mit der Entstehung des Universums und der Galaxien zusammenhängt, ist noch nicht bis zum Letzten klar.
Auf jeden Fall aber sticht das nun entdeckte Schwarze Loch mit der Kennung „LID-568“ besonders hervor: Das internationale Forscherteam unter der Leitung von Dr. Hyewon Suh und Prof. Günther Hasinger geht davon aus, dass LID-568 eine Masse von etwa zehn Millionen Sonnen hat. Nach kosmischen Maßstäben ist es kurz nach dem Urknall entstanden – wobei „kurz“ hier heißt: weniger als 1,5 Milliarden Jahre danach.
Autor: Oiger
Quelle: TUD

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