Ein Viertel der Ukraine-Flüchtlinge wollen bleiben
Ifo-Umfrage: Nur 4 % planen rasche Rückkehr
München, 18. Oktober 2024. Ein Viertel der Menschen, die wegen des Krieges aus der Ukraine nach Deutschland und in andere europäische Länder geflüchtet sind, wollen hier bleiben. Das hat eine Ifo-Umfrage ergeben.
„Rund 35 Prozent der ukrainischen Geflüchteten wollen in die Ukraine zurückkehren, sobald es dort wieder sicher ist“, fasst Ifo-Migrationsforscher Panu Poutvaara die Befunde zusammen. „Lediglich 4 Prozent planen eine baldige Rückkehr, unabhängig von der dortigen Sicherheitslage.“ Elf Prozent sind bereits in die Ukraine zurückgekehrt. Ein weiteres Viertel ist noch unentschlossen.
Je länger der Krieg dauert, desto mehr liebäugeln mit einer Zukunft hierzulande
„Je länger der Konflikt andauert, desto mehr können sich eine Zukunft außerhalb der Ukraine vorstellen“, ergänzt Ifo-Migrationsforscherin Yvonne Giesing. Kurz nach der Flucht gaben nur zehn Prozent der Ukrainer an, sich langfristig außerhalb der Ukraine anzusiedeln. Bis Ende 2023 ist dieser Anteil durchschnittlich um 1,6 Prozentpunkte pro 100 Tage gestiegen.
Angesichts des vergleichsweise hohen Qualifikationsniveaus der Ukrainer könnten diese hierzulande helfen, Fach- und Arbeitskräftelücken zu schließen – ganz abgesehen von den kulturellen und Internationalisierungs-Impulsen, die von dieser De-facto-Einwanderung ausgehen können. Andererseits hat die im europäischen Vergleich recht hohe Quote an Bürgergeld-Empfängern unter den ukrainischen Flüchtlingen auch für politische Debatten gesorgt. Von daher ist noch schwer abzuschätzen, wie gut sich die Bleibe-Willigen in Deutschland auf längere Zeit arrivieren können.
Autor: hw
Quelle: Ifo München

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