Jeder Dritte kauft sich Gebraucht-Technik

Trend zu generalüberholten Altgeräten und Ökodesign-Vorgaben treiben den Markt
Berlin, 9. Oktober 2024. Jeder dritte Konsument kauft sich auch gebrauchte Smartphones, Computer und ähnliche Technik. Dabei handelt es sich teilweise um einfach weiterverkaufte Geräte oder – in wachsendem Maße – auch um wiederaufbereitete Handys, Notebooks und dergleichen mehr. Das hat eine Ipsos-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbandes unter 1000 Menschen in Deutschland ergeben.
TÜV-Verbands-Expertin: „Geräte aus zweiter Hand werden immer beliebter“
„Geräte aus zweiter Hand werden immer beliebter“, schätzt Nachhaltigkeits-Referentin Juliane Petrich vom TÜV-Verband ein. Dazu trägt auch der Trend hin zu professionellen Generalüberholungen gebrauchter Geräte – neudeutsch „refurbished“ genannt bei. Aber: „Damit sich der Kauf lohnt, müssen sowohl Funktionsfähigkeit als auch Langlebigkeit der Produkte garantiert sein.“
Auch die großen Hersteller selbst setzen auf „Refurbished“-Markt
In den vergangenen Jahren sei ein großer Markt für technisch überholte gebrauchte Geräte entstanden. Neben Jungunternehmen wie „Refurbed“, „Backmarket“ oder „Rebuy“ bieten laut TÜV-Verband inzwischen auch viele große Hersteller wie Apple oder Samsung, Online-Plattformen wie Ebay oder Elektronikhändler wie Media Markt und Saturn selbst aufbereitete Geräte an. Dabei gehen unter anderem generalüberholte Smartphones, Tablets, Laptops und Smartwatches noch mal über den Tresen.
EU schreibt Reparatur-Recht fest
Und dieser Trend könnte sich durch das „Recht auf Reparatur“ und andere neue Vorschriften von EU und Bund wohl noch verstärken: „Die neuen Ökodesignvorgaben für Mobiltelefone, Smartphones und Tablets werden dem Gebrauchtgerätemarkt zusätzlichen Schub geben“, ist Juliane Petrich überzeugt. Die neuen Ökodesign-Regeln gelten in der EU ab dem 20. Juni 2025. „Mit der Verordnung wird die Reparierbarkeit von Smartphones verbessert und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen festgeschrieben.“
Weitere Treiber für den Gebrauchttechnik-Markt sind die teils immensen Preise für neue Spitzen-Smartphones, aber auch der wachsende Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit: „Neben einem Bewusstsein für den Umwelt- und Klimaschutz spielt der geringere Preis gebrauchter Geräte eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung“, meint Petrich. „Grundsätzlich sollten IT-Geräte und Smartphones möglichst lange bis zum Ende ihrer Lebensdauer genutzt werden, um Ressourcen zu schonen.“
Quellen: TÜV-Verband, Wikipedia

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