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X-Fab will schuldenfinanziert wachsen

Die Lithografie-Abteilung im X-Fab-Chipwerk in Dresden. Foto: X-Fab
Die Lithografie-Abteilung im X-Fab-Chipwerk in Dresden. Foto: X-Fab

Chip-Auftragsfertiger erhöht Kreditlinie um 200 Millionen Euro

Tessenderlo/Erfurt, 3. August 2024. „X-Fab“ plant kreditfinanzierte Investitionen, mit denen der thüringisch-belgische Mikroelektronik-Auftragsfertiger aus Tessenderlo seine Marktposition bei Analog-/Mixed-Signal-Chips und anderen Schaltkreisen festigen will. Dafür hat das Unternehmen nun seine Kreditlinie bei einem Bankenkonsortium um weitere 200 Millionen Euro erhöht. Damit will sich die X-Fab zusätzliche finanzielle Spielräume verschaffen – bereits Ende 2021 hatte das Unternehmen seine Kreditlinie um 200 Millionen Euro erhöht. Das geht aus einer „X-Fab“-Mitteilung hervor.

„Herausragende Position auf dem internationalen Halbleitermarkt“

Der Auftragsfertiger darf die Darlehen für Kapitalausgaben in Euro und US-Dollar, allgemeine Betriebskapitalanforderungen und für seinen Wachstumsplan verwenden. Vorstandsmitglied Didier Beauvois vom Banken-Konsortialführer „BNP Paribas Fortis“ sieht darin gut angelegtes Geld: Die X-Fab habe „dank ihrer Spitzentechnologie schnell eine herausragende Position auf dem internationalen Halbleitermarkt gesichert“, betonte er. „Ihr Foundry-Geschäft ist ein wachsender Erfolg.“ X-Fab nehme „eine strategische Position im europäischen Ökosystem“ ein.

Zum Konsortium gehören neben der „BNP Paribas Fortis“ auch die Landesbank Baden-Württemberg, Deutsche Bank, DZ BANK, ING Belgium, Belfius Bank, Commerzbank, HSBC und BRED Banque Populaire.

Umsätze sanken zuletzt

Die X-Fab entstand aus der Überresten des ehemaligen DDR-Kombinats Mikroelektronik in Erfurt. Schließlich übernahmen belgische Investoren die Erfurter Fabriken und führten sie mit weiteren Chipwerken weltweit zusammen. Spezialisiert ist X-Fab vor allem auf die Auftragsproduktion von Schaltkreisen, die analoge und digitale Signale verarbeiten, auf Mikroelektromechanische Systeme (Mems) sowie Leistungs-Elektronik aus Siliziumkarbid. Insgesamt beschäftigt X-Fab rund 4500 Menschen an sechs Produktionsstandorten, darunter auch Fabriken in Thüringen und Dresden. 2023 hatte das Unternehmen 907 Millionen Dollar Umsatz realisiert. Es gehört damit zu den größten europäischen Foundries. Der jüngste Quartalsbericht hatte allerdings rückläufige Umsätze und Gewinne ausgewiesen.

Autor: hw

Quellen: X-Fab, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger