Bund gibt 1,1 Milliarden für neues Astrozentrum in Lausitz, Sachsen kauft die Grundstücke

Eckpunkte-Papier für neues Großforschungszentrum vereinbart
Dresden/Berlin/Görlitz, 5. Juli 2024. Der Bund gibt für das in Lausitz geplante „Deutschen Zentrums für Astrophysik“ (DZA) bis zu 1,1 Milliarden Euro bis zum Jahr 2038. Sachsen übernimmt die Kosten für Grundstückskauf, Erschließung, Beseitigung von Altlasten sowie Mehrkosten für nötige Denkmalsanierungen. Die Grundfinanzierung übernimmt zu 90 Prozent der Bund, das Land die restlichen zehn Prozent. Das sieht ein Eckpunkte-Papier vor, das Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) heute in Berlin unterzeichnet haben. Das geht aus einer Mitteilung von Bundesforschungsministerium und sächsischer Staatskanzlei hervor.
Hoffnung auf das Einstein-Teleskop
Das neue Großforschungszentrum soll der Lausitz den Kohleausstieg versüßen, dem Revier neue Perspektiven für die Zeit nach der Kohle eröffnen, rund 1000 neue Arbeitsplätze direkt im DZA und weitere im Umfeld schaffen. Im Fokus der Astronomen und Astrophysiker steht die Analyse großer Datenmengen, die internationale Großteleskope nach Görlitz liefern sollen. Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftler vor allem auf die Kombination von Schwerkraft- und Radiowellen, um Rückschlüsse auf die „Kinderzeit“ des Universums zu gewinnen. Außerdem möchte das Team um Gründungsdirektor Prof. Günther Hasinger um das „Einstein-Teleskop“ – eines der weltweit größten Gravitationswellenteleskope – bewerben, um es in einem DZA-Außenstandort in der Lausitz zu bauen.
Ministerin sieht neue Perspektiven für Kohleregion
Das DZA soll insofern Lücken in der derzeitigen Forschungslandschaft in Deutschland schließen, aber auch wirtschaftliche Impulse beim Kohleausstieg auslösen. Das Zentrum werde den „Forschungsstandort Deutschland insgesamt stärken“, meint beispielsweise Ministerin Stark-Watzinger. „Zugleich wird das DZA den Strukturwandel in der Lausitz mitgestalten. Gemeinsam schaffen wir in einer traditionellen Kohleregion neue Perspektiven und Möglichkeiten.“
Auch in Sachsen sind die Hoffnungen groß: „Im neuen Großforschungszentrum verschwimmen die Grenzen zwischen Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung“, betont der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). „Das wird dafür sorgen, dass vieles was hier entwickelt wird, Auswirkungen auf Bereiche außerhalb der Astrophysik haben wird, in der Mikroelektronik oder in den Materialwissenschaften zum Beispiel.“
Autor: hw
Quelle: SSK, BMBF, Wikipedia

Ihre Unterstützung für Oiger.de!
Ohne hinreichende Finanzierung ist unabhängiger Journalismus nach professionellen Maßstäben nicht dauerhaft möglich. Bitte unterstützen Sie daher unsere Arbeit! Wenn Sie helfen wollen, Oiger.de aufrecht zu erhalten, senden Sie Ihren Beitrag mit dem Betreff „freiwilliges Honorar“ via Paypal an:
Vielen Dank!

