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Sachsen plant erste staatliche Online-Spielbank

Casino. Foto: Heiko Weckbrodt
Casino. Foto: Heiko Weckbrodt

Internet-Spielbank soll „sichere virtuelle Automatenspiele“ anbieten

Leipzig, 2. Januar 2022. Die Sächsische Spielbanken-GmbH & Co. KG aus Leipzig will im Freistaat ein staatliche Online-Spielothek einrichten. Das geht aus einer Einladung des Unternehmens hervor. Dabei handele es sich um „das erste staatliche und in ganz Deutschland nutzbare Angebot von sicherem virtuellem Automatenspiel“, heißt es in der Mitteilung. Das Angebot soll noch im Januar starten.

De-facto-Verbot fdurch Glücksspielvertrag gelockert

Online-Glücksspiele um Geld waren Deutschland lange Zeit größtenteils verboten. Dieses Tabu sollte Spielsüchtige dafür schützen, im Internet hohe Summen zu verlieren. Der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland hat dieses De-facto-Verbot gelockert – wenngleich weiter viele Einschränkungen gelten. Eine staatliche Internet-Spielbank mit Automatenspielen, wie sie nun in Sachsen online gehen soll, ist ein Novum.

Sachsen gründete 1994 eigene Spielbanken-Gesellschaft

Die Sächsische Spielbanken GmbH & Co. KG wurde 1994 gegründet und gehört dem Freistaat Sachsen. Damit sollte ein staatlich kontrolliertes Glücksspiel-Angebot geschaffen werden. Die drei Spielbanken in Leipzig, Dresden und Chemnitz bieten ausschließlich Automatenspiele an. „Das „Große Spiel“, Tischspiele wie beispielsweise Roulette, Poker oder Black Jack, wird in den Spielbanken in Sachsen seit 1999 nicht mehr angeboten“, heißt es in einem Bericht des sächsischen Rechnungshofes aus dem Jahr 2017. „Die Einnahmen des Freistaates Sachsen aus dem Betrieb der Spielbanken sind in den letzten 10 Jahren stark zurückgegangen und in 2008/2009 dramatisch eingebrochen“, heißt es dort weiter. „Ursächlich hierfür waren besonders das gesetzlich verankerte Rauchverbot und die geforderten Einlasskontrollen wegen des Jugend- und Spielerschutzes.“ Auch habe sich durch den „allgemeinen Zuwachs an illegalen Onlineangeboten“ die Marktsituation für den staatlichen Spielbank-Betreiber verschlechtert.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Sächsische Spielbanken, Sächsischer Rechnungshof, Revosax

Hinweis: Glücksspiel kann süchtig machen. Beratungsangebote und weitere Informationen finden Sie unter anderem auf der Seite „Check Dein Spiel“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger