Lausitzer Teiche drohen zu verlanden

Künstliche Teiche sind Garant für die Artenvielfalt – Forscher warnen vor dem Aus
Dresden/Zittau, 24. Mai 2022. Die Natur sich selbst zu überlassen ist nicht unbedingt immer das Beste für den Artenschutz. Darauf hat das Forschungskonsortium „Teichlausitz“ hingewiesen. Denn die einst künstlich und aus wirtschaftlichen Interessen heraus angelegten vielen Fischteiche in der Lausitz haben sich längst zu einem „Eldorado“ für zahlreiche Tierarten entwickelt. Immer mehr Karpfenwirte werfen jedoch das Handtuch, weil ihnen rechtliche Vorgaben, Absatzprobleme, Klimawandel und „eine Zunahme fischfressender Arten“ schwer machen, noch kostendeckend weiterzuarbeiten. „Nicht bewirtschaftete Teiche aber verlanden“, warnen Forschende der TU Dresden und weiterer Projektpartner. „Mit ihnen verschwindet der Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.“
„Teichlausitz“ soll helfen, eine nachhaltige Teichwirtschaft zu erhalten
Eben darum haben sich das Hochschulinstitut (IHI) Zittau der TU Dresden, das Institut für Binnenfischerei Potsdam und das Thünen-Institut für Fischereiökologie in Bremerhaven zum Verbund „Teichlausitz“ zusammengetan. „Um die Lausitzer Teiche mit ihrer besonderen Artenvielfalt und ihren vielfältigen Ökosystemleistungen zu schützen, müssen wir die nachhaltige Teichwirtschaft erhalten“, erläuterte IHI-Professorin Irene Ring die zentralen Teichlausitz-Ziele. „Wir schauen uns zum Beispiel die Fördermöglichkeiten durch umweltpolitische Instrumente an und entwickeln Vorschläge, wie dadurch die wertvollen Leistungen der Teichwirtschaft für Umwelt und Gesellschaft angemessen honoriert werden können.“ Zu untersuchen ist auch, wie sich unterschiedliche Arten der Bewirtschaftung auf die Biodiversität in den Teichlandschaften auswirken – und welche Konsequenzen diese für die Wirtschaftlichkeit der Fischzucht haben.
Quelle: TUD

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