DigitalisierungNewsWirtschaftzAufi

Deutsche Digitalwirtschaft wächst nur mäßig

Foto/Montage: hw
Foto/Montage: hw

Bitkom: Abstand zu USA, Indien und China wächst

Berlin, 11. Januar 2022. Der Informationstechnologie- und Kommunikationssektor (ITK) in Deutschland rechnet wegen der starken Nachfrage für Digitalisierungslösungen mit einem Umsatzwachstum und 39.000 neuen Jobs, hinkt der internationalen Entwicklung aber hinterher. Das geht aus Umfragen und Einschätzungen des deutschen Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ aus Berlin hervor.

Digitalisierung gilt als universeller Problemlöser

„Ob Klima, Pandemie oder Standortwettbewerb – Digitalisierung ist die Antwort und ein entscheidender Teil der Lösung der Krisen und Herausforderungen unserer Zeit“, schätzte Bitkom-Präsident Achim Berg ein. „Wirtschaft, Staat und große Teile der Gesellschaft wollen die Digitalisierung beschleunigen und investieren in digitale Infrastrukturen, Geräte, Software und Services.“ Und die Corona-Pandemie habe diesem Trend neuen Schwung gegeben. „Das belebt den Markt.“

Kein Motor für die Gesamtwirtschaft

Mit erwarteten 3,6 Prozent Marktwachstum in diesem Jahr wird sich die deutsche ITK-Wirtschaft aber voraussichtlich nicht gerade dynamisch entwickeln: Für die deutsche Gesamtwirtschaft rechnen viele Ökonomen mit Wachstumsquoten um die 3,7 Prozent und prognostizieren eigentlich Nachhol-Effekte aus der Corona-Zeit.

Deutscher Weltmarktanteil sinkt

Entsprechend sinkt auch der deutsche Weltmarktanteil an der globalen Digitalwirtschaft, statt zu steigen. „Deutschlands Anteil an den weltweiten ITK-Ausgaben liegt 2022 voraussichtlich bei 3,9 Prozent“, berichtete der Bitkom. Dieser Anteil sinke von Jahr zu Jahr, weil die Investitionen und Ausgaben in anderen Ländern schneller wachsen, neben den USA (+4,7 Prozent) besonders im asiatischen Raum. „Wachstumsspitzenreiter sind Indien (+9,1 Prozent) und China (+5,3 Prozent). Mehr als ein Drittel des ITK-Weltmarkts entfällt auf die USA (36,0 Prozent), mit deutlichem Abstand dahinter folgt China mit gut einem Neuntel (11,8 Prozent).“

Fachkräftemangel bremst die Branche aus

Ein Grund für die vergleichsweise schwache Entwicklung dieses Wirtschaftssektors in Deutschland ist auch der anhaltende Fachkräftemangel. „Die Unternehmen könnten noch weitaus mehr Personal einstellen, aber es fehlt an Spezialistinnen und Spezialisten“, erklärte Präsident Berg. Quer durch alle Branchen sind 96.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt. Das bedeutet weniger Wachstum, weniger Wertschöpfung und weniger Innovation – und bremst uns bei der Digitalisierung aus und vergrößert den Abstand zu den Vorreitern wie den USA.“

Quelle: Bitkom

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger