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BMW sichert sich per Direktauftrag Chips von Globalfoundries

Der Chip-Deal mit Globalfoundries und Inova soll BMW unter anderem Elektronik für den iX sichern. Foto: BMW

Der Chip-Deal mit Globalfoundries und Inova soll BMW unter anderem Elektronik für den iX sichern. Foto: BMW

Autokonzern geht mit Blick auf Halbleiter-Engpässe neue Wege

München/Dresden, 8. Dezember 2021. Angesichts der akuten Chip-Engpässe in der Autoindustrie geht BMW neue Wege, um seinen Halbleiter-Nachschub künftig besser abzusichern: Der bayrische Autokonzern hat nun direkte Verträge mit den Mikroelektronik-Unternehmen Globalfoundries und INOVA Semiconductors über die Lieferung von mehreren Millionen Mikrochips pro Jahr geschlossen. Diese Elektronikbausteine sollen die Innenraumbeleuchtung im Elektroauto iX und anderen BMW-Autos steuern. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung von BMW, INOVA und Globalfoundries in München und Dresden hervor.

„Wegweisende Vereinbarung“

Damit synchronisiere der bayrische Autokonzern seine Kapazitätsplanung direkt mit Herstellern von Halbleitern, betonte BMW-Einkaufsvorstand Andreas Wendt. „Dadurch verbessern wir die Planungssicherheit und Transparenz über benötigte Volumina bei allen Beteiligten und sichern langfristig unsere Halbleiterbedarfe. Mit dieser wegweisenden Vereinbarung gehen wir den nächsten konsequenten Schritt, um unsere Versorgung künftig noch ausgewogener und vorausschauender abzusichern.“

Neustart der deutschen Autoindustrie nach 1. Corona-Welle durch Chipmangel ausgebremst

Normalerweise haben die meisten deutschen Fahrzeugkonzerne nur über ihre Systemzulieferer indirekte Kontakte in die Mikroelektronikbranche hinein. Als die Autoindustrie nach der ersten Corona-Welle wieder hochfahren und gleichzeitig den Bau von neuen Elektroautos ankurbeln wollte, gingen ihr bald die elektronischen Bauelemente aus: Während die Autofabriken herunterfuhren und ihre Lieferaufträge stornierten, hatten sich die meisten Halbleiterkonzerne umorientiert und ihre Fabriken mit Aufträgen aus der Konsumgüter-Branche und anderen Wirtschaftszweigen gefüllt. Da zudem die Produktion neuer Auto-Schaltkreise lange Vorlaufzeiten braucht, saßen daraufhin bald viele Autofabriken in Deutschland auf dem Trockenen und mussten wegen Chipmangel ihre Taktstraßen anhalten. Solche Konstellationen will BMW in Zukunft durch Direktverträge wie nun mit Globalfoundries und INOVA verhindern. Auch Volkswagen erwägt direktere Beziehungen zur Mikroelektronik-Industrie – bis hin zum Aufbau eigener Chipdesign-Schmieden.

Ob die BMW-Großaufträge in der Dresdner Halbleiterfabrik von Globalfoundries realisiert werden, wollte das Unternehmen auch auf Anfrage nicht mitteilen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: BMW