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Erholung ausgebremst: Ifo senkt Konjunkturprognose für 2021

Leichtbauroboter tragen im BMW-Werk Leipzig Kleber auf Scheiben auf. Künftig sollen noch mehr Industrieroboter eingesetzt werden. Foto: BMW

Blick ins BMW-Werk Leipzig. Foto: BMW

Nur noch 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum erwartet

München, 22. September 2021. Das Ifo-Institut in München hat seine Prognose für die deutsche Wirtschaftsentwicklung im zweiten Corona-Jahr erneut gesenkt: Statt um 3,3 Prozent, wie zuletzt noch angenommen, wächst das Bruttoinlandsprodukt demnach im Jahr 2021 nur um 2,5 Prozent. Das haben die Münchner Wirtschaftsforscher heute eingeschätzt.

„Konsumnachfrage ist groß“

Eigentlich stehen die Konjunktursignale eigentlich günstig: Die Auftragsbücher füllen sich, ein Großteil der zuvor geschlossenen Geschäfte und Einrichtungen sind wieder geöffnet, die Konsumnachfrage ist groß. Doch die für den Sommer erwartete kräftige Erholung nach Corona werde sich weiter verschieben, kündigte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser an.

„Hersteller von industriellen Vorprodukten an ihren Kapazitätsgrenzen“

„Der plötzliche Anstieg der weltweiten Nachfrage hin zu langlebigen Konsumgütern, elektronischen Artikeln, sowie speziellen medizinischen Produkten hat viele Hersteller von industriellen Vorprodukten an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht“, erklärte Timo Wollmershäuser. Zudem wurden die globalen Lieferketten als Folge stark veränderter Warenströme vor enorme logistische Herausforderungen gestellt.“ So stauen sich immer noch zahlreiche Containerschiffe vor chinesischen Häfen – eine Folge von erneuten Anti-Corona-Verordnungen, aber auch den stark angezogenen Handelsvolumens. Auch an den Landgrenzen von China, das längst als Fabrik der Welt gilt, stauen sich wie zum Beispiel gen Vietnam die Lasterkolonnen. Hinzu kommen der Chipmangel, die Verteuerung und Verknappung von Stahl, Holz und anderen Vorprodukten für Industrie und Baubranche. Die Folgen sind rund um den Erdball und auch in Deutschland zu spüren: „Derzeit schrumpft die Produktion der Industrie als Folge von Lieferengpässen bei wichtigen Vorprodukten“, erklärte der Ifo-Konjunkturchef. „Gleichzeitig erholen sich die Dienstleister kräftig von der Coronakrise. Die Konjunktur ist gespalten.“

Dafür mehr Wachstum für 2022 prognostiziert

Die Ifo-Ökononomen gehen daher davon aus, dass sich ein Teil der eigentlich für 2021 erwarteten Post-Corona-Erholung ins nächste Jahr verlagert. Daher haben sie die Konjunkturprognose für 2022 nun auf 5,1 Prozent angehoben.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Ifo, Oiger-Archiv