Roboter-Anlernstift von Wandelbots Dresden kommt im Sommer

Ingenieure wollen mit dem „Trace-Pen“ die Robotik revolutionieren.
Dresden, 29. April 2020. Eine „neue Ära der Robotik“ wollen Christian Piechnick und seine „Wandelbots“ aus Dresden einläuten: Das junge Technologieunternehmen bringt im Sommer einen „Trace-Pen“-Stift auf dem Markt, mit dem auch Laien binnen Minuten einen Roboter neue Arbeitsgänge beibringen können. „Erste Projekte beweisen, dass dies 70 Mal schneller geht als mit herkömmlicher Roboterprogrammierung und dass sich dabei zirka 90 Prozent der Kosten sparen lassen“, verspricht Piechnick.

Schon Sensorjacke war ein Erfolg
Hintergrund: Sieben Nachwuchsforscher der TU Dresden hatten Ende 2017 „Wandelbots“ gegründet. Sie entwickelten zunächst eine Sensor-Jacke, mit der Menschen einem Roboter Bewegungen vormachen können, um ihn anzulernen. Bereits dieses erste Produkt kam gut an. Die Dresdner fanden rasch namhafte Partner wie VW und sorgten auch international für Furore.
Werbevideo für Tracepen (Wandelbots):
Laien können mit Sensorstiften die Roboter feinmotorisch anlernen
Mit den „Tracepens“ haben die Wandelbots nun einen elektronischen Stift entwickelt, der mit Sensoren, einer speziellen Software und einem Edge-Cloud-Computersystem den Robotern auch feinmotorische Arbeiten wie Feilen und Kleinteile-Montage beibringt. Mit dem Stift macht der Mensch die Bewegungen ein paarmal vor und dann hat der Roboter den Arbeitsgang gelernt. Dies soll den Robotereinsatz einerseits für kleine Unternehmen lukrativer machen, die sich keine Roboterprogrammierer leisten können, anderseits schnelle Produktionsumstellungen auch in großen Fabriken erleichtern.

Messeauftritt wegen Corona passé
Ursprünglich wollten die Dresdner die Premiere für ihren neuen Trace-Pen auf der Fachmesse „Automatica“ in München feiern. Wegen Corona sind sie nun auf virtuelle Präsentationen umgeschwenkt.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Wandelbots, Oiger-Archiv

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