ForschungNewsWirtschaftspolitikzAufi

Studie: EU-Geld macht Wähler europafreundlicher

Das Hauptquartier der EU im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. Foto: EU-Presseservice
Das Hauptquartier der EU im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. Foto: EU-Presseservice

Wien/Paris/Brüssel, 3. Dezember 2018. Wenn EU-Fördergeld in einer Region neue Arbeitsplätze entstehen lässt, neigen die Menschen dort dazu, eher europa-freundliche Parteien zu wählen. Zu dieser Einschätzung sind Prof. Harald Oberhofer und die Wissenschaftlerin Julia Bachtrögler von der Wirtschaftsuniversität Wien in einer gemeinsamen Studie „Euroscepticism and EU Cohesion Policy: The Impact of Micro-Level Policy Effectiveness on Voting Behavior“ gekommen.

1 % mehr Jobs durch EU-Geld = 0,2 % weniger Le Pen

Die beiden Ökonomen hatten dafür für ausgewählte Regionen in Frankreich die 2007 bis 2013 geflossenen EU-Gelder, deren regionale Beschäftigungseffekte und die jeweiligen Ergebnisse in der französischen Präsidentschaftswahl 2017 verglichen. Dabei habe sich gezeigt, dass jene Regionen, die besonders von den EU-Förderungen profitieren, auch tatsächlich pro-europäischer, das heißt verstärkt für Emmanuel Macron, gestimmt haben. Dies galt insbesondere dann, wenn die EU-Förderungen neue Arbeitsplätze in den Regionen geschaffen haben. Umgekehrt wählten demnach jene Regionen, die relativ weniger EU-Förderungen erhielten, verstärkt die EU-skeptische Kandidatin Marine Le Pen. „In Zahlen heißt das: ein Prozent mehr Beschäftigte aufgrund der EU-Förderungen reduzierte den Wähler-Anteil von Le Pen um zirka 0,2 Prozentpunkte und erhöht die Stimmen für Macron um bis zu 0,1 Prozentpunkte“, erklärte Oberhofer.

Autor: hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger