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Hirnimplantate für Epileptiker

So etwa stellen sich die Forscher die neuen Gehirn-Maschine-Schnittstellen vor. Sie sollen aus Sensoren und Reglern bestehen. Grafik: Dr. Ivan Minev
So etwa stellen sich die Forscher die neuen Gehirn-Maschine-Schnittstellen vor. Sie sollen aus Sensoren und Reglern (Aktuatoren) bestehen, die auf mehreren Kanälen sich anbahnende Anfälle erkennen und gegensteuern. Grafik: Dr. Ivan Minev

1,5 Millionen Euro für Dresdner Forschungen an neuen Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine

Dresden, 31. Juli 2018. Um Epileptikern und anderen Nervenkranken das Leben leichter zu machen, will der Dresdner Biotechnologe Dr. Ivan Minev mit seinem Team Gehirn-neuartige Implantate entwickeln. Für sein Projekt „Integrierte Implantattechnologie für multimodale Hirnschnittstellen (Integra-Brain)“ hat ihm der Europäische Forschungsrat (ERC) nun ein Startstipendium über 1,5 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre bewilligt. Das teilte das „Biotechnologische Zentrum“ (Biotec) der TU Dresden mit, an dem Iwan Minev als Bioelektronik-Forschungsgruppenleiter tätig ist

Dr. Ivan Minev. Foto: Biotec der TU Dresden
Dr. Ivan Minev. Foto: Biotec der TU Dresden

Das Gehirn als elektrische, optische, chemische und thermische Maschine verstehen

Das „Integra-Brain“-Team versteht das Gehirn als eine komplexe „Maschine“, mit der man auf mehreren Kanälen kommunizieren muss, um sie auch nur halbwegs zu verstehen. Dabei helfen sollen fest in den Schädel eingepflanzten Sonden, die das zentrale Steuerorgan des Menschen nicht nur elektrisch abtasten, sondern auch dessen Temperatur, Aussehen und chemische Gleichgewicht ständig überwachen. Dadurch könnte es möglich werden, zum Beispiel drohende Fallsucht-Anfälle beizeiten zu erkenn und gegenzusteuern.

Alternative zu Medikamenten-Therapie

„Die Hoffnung ist, mit der Entwicklung von elektronischen Implantaten eine Alternative zur systemischen pharmakologischen Behandlung anzubieten“, hieß es von den Biotec-Wissenschaftlern. Das therapeutische Potenzial dieser IntegraBrain-Implantate wollen sie anhand von Ratten demonstrieren.

Autor: hw

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Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger