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GlobalData: Sparkurs bei T-Systems mit Risiken

T-Systems-Chef Adel Al-Saleh. Foto: Deutsche Telekom

T-Systems-Chef Adel Al-Saleh. Foto: Deutsche Telekom

Analysten: Kunden könnten Verlagerung nach Indien als Abschied von deutschen Qualitätsstandards wahrnehmen

London/Frankfurt am Main, 27. Juni 2018. Der Sparkurs und Umbau von T-Systems kann der Telekom-Geschäftskunden-Tochter wettbewerbsfähiger machen – birgt allerdings auch viele Risiken. Das hat das Marktforschungs-Unternehmen „GlobalData“ aus London eingeschätzt.

Kurs des neuen Chefs Adel Al-Saleh umstritten

„Wenn T-Systems einen wesentlichen Teil seiner Belegschaft in ein neues Service-Lieferzentrum nach Indien verlagert, muss das Unternehmen auch neue Risiken akzeptieren, die nicht unbedingt durch Kosteneinsparungen gemindert werden“, betonte GlobalData-Analyst John Marcus. „Zu diesen Risiken gehören Störungen bei der Erbringung von Dienstleistungen, potenzielle Auswirkungen auf die Servicequalität und der Druck, in Indien eine große Anzahl geeigneter Mitarbeiter für Rollen zu finden und auszubilden, die möglicherweise keinen langfristigen Karriereweg haben.“ Insofern seien die Weichenstellungen des neuen T-Systems-Chefs Adel Al-Saleh eine Abkehr vom bisher recht erfolgreichen Weg, Service-Qualität „Made in Germany“ anzubieten.

Der US-Amerikaner Adel Al-Saleh hatte kürzlich angekündigt, rund 6000 Jobs zu streichen und weitere 4000 Arbeitsstellen von Deutschland nach Indien zu verlagern. Damit will er T-Systems wieder profitabel machen.

T-Systems beschäftigt zurzeit rund 37.000 Mitarbeiter weltweit, davon 17.800 in Deutschland. In Dresden betreibt das Unternehmen mit der T-Systems Multimedia Solution GmbH ein Entwicklungszentrum.

Autor: Heiko Weckbrodt