Handgezeichneter Comic von Gerhard Richter nun in Dresden

Buch mit Tuschfederzeichnungen, Stempelungen und Ornamentschrift, 20 x 12 x 3 cm, GRA Inv. Nr. 104/18
von Gerhard Richter 2018 (23032018) Foto: Kunsthaus Lempertz
Kunstsammlungen ersteigern Unikat
Dresden, 5. April 2018. Einen handgezeichneten Comic mit seltsamen schwarzen Gestalten von Gerhard Richter hat nun das Gerhard-Richter-Archiv in Dresden erworben. Das teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mit, zu denen das Archiv gehört.
Übergesiedelter Künstler wollten im Westen mit schwarzen Stempelmännern Geld verdienen
„Das Unikat mit originalen Tusche- und Stempelzeichnungen entstand 1962, ein Jahr nach Richters Übersiedlung aus der DDR nach Düsseldorf“, berichten die SKD über die Genese dieses unbetitelten Büchleins. Richter sei damals 30 Jahre alt gewesen. Der später so berühmte Maler habe damals gehofft, einen Verlag für seine Zeichnungen zu interessieren, um auf diese Weise sein Stipendium an der Düsseldorfer Kunstakademie aufzubessern. Das Originalbuch habe sich jahrzehntelang in Privatbesitz befand, wurde aber im Herbst 2017 vom Auktionshaus Lempertz zur Versteigerung angeboten.
„Unlesbare verschnörkelte Schrift“
„Protagonisten der Geschichten in diesen Illustrationen sind gestempelte schwarze Männer mit breitkrempigen Hüten, die der Künstler in verschiedenen Abenteuern zeigt und deren Erlebnisse er in einer unlesbaren verschnörkelten Schrift beschreibt“, heißt es in der Beschreibung der SKD.
Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren. Schon hier entwickelte er sich zu einem bedeutenden Maler. 1961 ging er in den Westen. Seitdem gewann er auch international stetig an Ansehen.
Autor: hw

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