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Schnelles Internet: Immer mehr Glasfaserprojekte in Dresden

Glasfaser-Netze gelten neben dem Mobilfunk der 5. Generation (5g) als Schlüssel zur Gigabit-Gesellschaft - also Datenverbindungen mit Geschwindigkeiten über einem Gigabit pro Sekunde, die ganz neue Dienste im Netz ermöglichen. Auch in Dresden setzen kommunale wie provate Ausbau-Akteure in hohem Maße auf glasfasergestützte Breitband-Lösungen. Foto: VodafoneGlasfaser-Netze gelten neben dem Mobilfunk der 5. Generation (5g) als Schlüssel zur Gigabit-Gesellschaft - also Datenverbindungen mit Geschwindigkeiten über einem Gigabit pro Sekunde, die ganz neue Dienste im Netz ermöglichen. Auch in Dresden setzen kommunale wie provate Ausbau-Akteure in hohem Maße auf glasfasergestützte Breitband-Lösungen. Foto: Vodafone
Glasfaser-Netze gelten neben dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) als Schlüssel zur Gigabit-Gesellschaft – also Datenverbindungen mit Geschwindigkeiten über einem Gigabit pro Sekunde, die ganz neue Dienste im Netz ermöglichen. Auch in Dresden setzen kommunale wie private Ausbau-Akteure in hohem Maße auf glasfasergestützte Breitband-Lösungen. Foto: Vodafone

Bis zu 60 Millionen Euro Fördergeld könnten demnächst in Breitband-Anschlüsse für Privathaushalte und Schulen fließen

Dresden, 30. Dezember 2017. Weil es die Dresdner und die hiesigen Unternehmen satt sind, auf schnelle Internetanschlüsse von den großen Telekommunikations-Konzernen zu warten, hat die Stadtverwaltung selbst mehrere Breitband-Initiativen gestartet: Sie vernetzt einerseits unterversorgte Unternehmen mit bereits verlegten kommunalen Glasfaser-Verbindungen zum Internet. Andererseits bemüht sie sich um Millionen-Zuschüsse von Bund und Land, um schwachbrüstigen Netzzugängen in Privathaushalten und Schulen aufzubessern. Vor wenigen Tagen erst hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur den Dresdnern in einer ersten Tranche 9,2 Millionen Euro Fördergeld aus solch einem Breitband-Programm bewilligt. Mit dem Geld sollen unterversorgte Privathäuser, Institutionen, Gewerbegebiete und öffentliche Einrichtungen, die bisher mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde oder gar nicht im Internet agieren können, schnelle Anschlüsse bekommen.

Kommunen hoffen auf mehr Breitband-Zuschüsse vom Land

Der Dresdner Verwaltungsbürgermeister und Chef-Informationstechnologe Peter Lames (SPD) will nun beim Freistaat Sachsen zum Bundesgeld einen weiteren Zuschuss über mindestens 7,36 Millionen Euro beantragen. Vielleicht, so spekuliert er, rückt Martin Dulig (ebenfalls SPD) auch mehr heraus – der Wirtschaftsminister hatte erst kürzlich angekündigt, dass Land werde da in Zukunft großzügiger sein. „Im Hinblick auf die in den letzten Tagen veröffentlichte gemeinsamen Absichtserklärung der Regierungskoalition Sachsens, den Eigenanteil der Kommunen vollständig zu übernehmen und damit eine hundertprozentige Förderung zu ermöglichen, hoffen wir allerdings auf eine größere Mitfinanzierung seitens des Freistaates“, erklärte Lames. Nach derzeitigem Stand müsste Dresden noch 3,26 Millionen Euro drauflegen, um das aktuelle Ausbau-Projekt zu finanzieren.

Schulen sollen sich durch eigenes Breitband-Netz verknüpfen

Außerdem hat Dresden bereits weitere 20 Millionen Euro Breitband-Zuschüsse beim Bund beantragt. Im Zuge dieses zweiten Projektes ist geplant, 125 kommunale Schulen an ein eigenständiges Breitband-Schulnetz anzuschließen. Sollten alle Förderanträge bei Bund und Land bewilligt werden, könnten in Dresden in nächster Zeit insgesamt rund 60 Millionen Euro für schnelle Internetanschlüsse verbaut werden. Der Bund schießt im Rahmen des aktuellen Förderprogramms jeweils die Hälfte der geplanten Summe zu, Kommune und Bundesland müssen die andere Hälfte aufbringen. Ein wichtiges Kriterium dabei: Die verlegten Netzanschlüsse müssen mindestens ein Tempo von 50 Megabit je Sekunde unterstützen.

Ab 2014 hatten zudem die kommunalen Wirtschaftsförderer zusammen mit der Drewag, den Dresdner Verkehrsbetrieben und weiteren Partnern nach und nach viele Gewerbegebiete mit dem bereits existierenden Glasfasernetz der Stadtwerke verknüpft. Auch dies hatte viele Lücken geschlossen. Und zugleich weckten die kommunalen und staatlichen Programme dann doch die großen Konzerne auf: Vor allem seit 2015 investieren Telekom und Vodafone jeweils zweistellige Millionenbeträge in den Breitband-Ausbau in Dresden. Sie verlegten vor allem neue Glasfaser-Leitungen, die perspektivisch Internetzugänge mit Gigabit-Geschwindigkeiten möglich machen sollen. Ein Teil dieses Ausbaus ist noch im Gange.

Autor: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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