Schnelles Internet: Immer mehr Glasfaserprojekte in Dresden

Bis zu 60 Millionen Euro Fördergeld könnten demnächst in Breitband-Anschlüsse für Privathaushalte und Schulen fließen
Dresden, 30. Dezember 2017. Weil es die Dresdner und die hiesigen Unternehmen satt sind, auf schnelle Internetanschlüsse von den großen Telekommunikations-Konzernen zu warten, hat die Stadtverwaltung selbst mehrere Breitband-Initiativen gestartet: Sie vernetzt einerseits unterversorgte Unternehmen mit bereits verlegten kommunalen Glasfaser-Verbindungen zum Internet. Andererseits bemüht sie sich um Millionen-Zuschüsse von Bund und Land, um schwachbrüstigen Netzzugängen in Privathaushalten und Schulen aufzubessern. Vor wenigen Tagen erst hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur den Dresdnern in einer ersten Tranche 9,2 Millionen Euro Fördergeld aus solch einem Breitband-Programm bewilligt. Mit dem Geld sollen unterversorgte Privathäuser, Institutionen, Gewerbegebiete und öffentliche Einrichtungen, die bisher mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde oder gar nicht im Internet agieren können, schnelle Anschlüsse bekommen.
Kommunen hoffen auf mehr Breitband-Zuschüsse vom Land
Der Dresdner Verwaltungsbürgermeister und Chef-Informationstechnologe Peter Lames (SPD) will nun beim Freistaat Sachsen zum Bundesgeld einen weiteren Zuschuss über mindestens 7,36 Millionen Euro beantragen. Vielleicht, so spekuliert er, rückt Martin Dulig (ebenfalls SPD) auch mehr heraus – der Wirtschaftsminister hatte erst kürzlich angekündigt, dass Land werde da in Zukunft großzügiger sein. „Im Hinblick auf die in den letzten Tagen veröffentlichte gemeinsamen Absichtserklärung der Regierungskoalition Sachsens, den Eigenanteil der Kommunen vollständig zu übernehmen und damit eine hundertprozentige Förderung zu ermöglichen, hoffen wir allerdings auf eine größere Mitfinanzierung seitens des Freistaates“, erklärte Lames. Nach derzeitigem Stand müsste Dresden noch 3,26 Millionen Euro drauflegen, um das aktuelle Ausbau-Projekt zu finanzieren.
Schulen sollen sich durch eigenes Breitband-Netz verknüpfen
Außerdem hat Dresden bereits weitere 20 Millionen Euro Breitband-Zuschüsse beim Bund beantragt. Im Zuge dieses zweiten Projektes ist geplant, 125 kommunale Schulen an ein eigenständiges Breitband-Schulnetz anzuschließen. Sollten alle Förderanträge bei Bund und Land bewilligt werden, könnten in Dresden in nächster Zeit insgesamt rund 60 Millionen Euro für schnelle Internetanschlüsse verbaut werden. Der Bund schießt im Rahmen des aktuellen Förderprogramms jeweils die Hälfte der geplanten Summe zu, Kommune und Bundesland müssen die andere Hälfte aufbringen. Ein wichtiges Kriterium dabei: Die verlegten Netzanschlüsse müssen mindestens ein Tempo von 50 Megabit je Sekunde unterstützen.
Ab 2014 hatten zudem die kommunalen Wirtschaftsförderer zusammen mit der Drewag, den Dresdner Verkehrsbetrieben und weiteren Partnern nach und nach viele Gewerbegebiete mit dem bereits existierenden Glasfasernetz der Stadtwerke verknüpft. Auch dies hatte viele Lücken geschlossen. Und zugleich weckten die kommunalen und staatlichen Programme dann doch die großen Konzerne auf: Vor allem seit 2015 investieren Telekom und Vodafone jeweils zweistellige Millionenbeträge in den Breitband-Ausbau in Dresden. Sie verlegten vor allem neue Glasfaser-Leitungen, die perspektivisch Internetzugänge mit Gigabit-Geschwindigkeiten möglich machen sollen. Ein Teil dieses Ausbaus ist noch im Gange.
Autor: Heiko Weckbrodt

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