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Wirtschaft beteiligt sich stärker an Wissenschaftsnacht Dresden

Gerade auch für Kinder bietet die Wissenschaftsnacht in Dresden viele Attraktionen. Foto: Rene Plaul, Netzwerk Dresden - Stadt der Wissenschaften
Gerade auch für Kinder bietet die Wissenschaftsnacht in Dresden viele Attraktionen. Foto: Rene Plaul, Netzwerk Dresden – Stadt der Wissenschaften

Forscher und Firmen haben bereits fast 700 Veranstaltungen für die Wissenschaftsnacht Mitte Juni vorbereitet

Dresden, 7. Juni 2017. Zahlreiche Forschungsinstitute und Hochtechnologie-Unternehmen locken am Freitag, dem 16. Juni 2017, die Neugierigen dieser Stadt zur „Langen Nacht der Wissenschaften 2017“ – und bieten zwischen 18 und 1 Uhr ein prallbuntes populärwissenschaftliches Programm an. „Wir freuen uns besonders, dass sich auch die Wirtschaft mehr und mehr an der Wissenschaftsnacht beteiligt“, betonte Organisatorin Anja Loose von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Meister Rainer Jopp bei der Endkontrolle für den 1. e-Golf in der Gläsernen VW-Manufaktur Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
Auch die Gläserne VW-Manufaktur Dresden beteiligt sich an der Wissenschaftsnacht. Foto: Heiko Weckbrodt

Auch VW-Manufaktur macht nun mit

So macht diesmal beispielsweise auch die Gläserne VW-Manufaktur mit – und strahlt damit ein Signal aus, wo Wissenschaft und Wirtschaft in dieser Stadt in nächster Zeit hinstreben: Dresden will sich als Hochburg der Elektromobilität, des autonomen Fahrens, der vollautomatischen Fabriken und als „Smart City“, also als Stadt der intelligenten Verkehrssteuerung profilieren. Viele dieser Projekte werden die Ingenieure und Forscher zur Wissenschaftsnacht vorstellen. Bisher sind bereits 673 Veranstaltungen gemeldet, von denen sich rund 250 ganz besonders an Kinder und Jugendliche wenden.

Das Logo der Wissenschaftsnacht Dresden 2017. Abb.: agsandrew/shutterstock.com, Netzwerk Dresden - Stadt der Wissenschaften
Das Logo der Wissenschaftsnacht Dresden 2017. Abb.: agsandrew/shutterstock.com, Netzwerk Dresden – Stadt der Wissenschaften

Schwerpunkt Uni-Campus

„Erfahrungsgemäß steppt der Bär zur Wissenschaftsnacht besonders rund um das TU Hörsaalzentrum“, sagt Loose. An der Bergstraße werden Fraunhofer-Experten beispielsweise zeigen, wie sich Daten mit Licht übertragen lassen. Rossendorfer Physiker wollen dort neugierige Kinder ins Innere von Planeten und Sternen entführen und ihnen magnetische Superkräfte vorführen, die selbst James Bond vor Neid blass werden lassen.

Feuerwehr spritzt magische Wasserspiele

Einen besonders erfrischenden Höhepunkt hat die Betriebsfeuerwehr der Uni vorbereitet: Die Kameraden werden die Wassershow „Magic Water“ auf der Wiese hinter dem Hörsaalzentrum aufführen. Aus rund Düsen wollen sie bunte Wasserfontänen über zehn Meter in den Himmel steigen lassen.

Abstecher nach Pillnitz lohnt

Attraktive Programmpunkte finden sich aber auch jenseits des Uni-Campus’. Hohen Schauwert haben meist die Angebote in Pillnitz, zu denen Führungen, Filme, Vorträge und viele Kinderveranstaltungen gehören. So wird das Grüne Forum beispielsweise beim Pillnitzer Platz „lautlose Rasenmäher und Wärmespender mit Familienanschluss“ zeigen – gemeint sind kuschlige Alpakas, die in einem Gehege zu finden sind.

Blick in den Aquarienkeller des Dresdner Max-Planck-Instituts für Genetik: Hier halten die Forscher Hunderte Zebra-Fische für DNA-Experimente. Kooperation mit der Uni ist hier an der Tagesordnung. Abb.: Jürgen Lösel, Mediaserver Dresden
Blick in den Aquarienkeller des Dresdner Max-Planck-Instituts für Genetik: Hier halten die Forscher Hunderte Zebra-Fische für DNA-Experimente. Kooperation mit der Uni ist hier an der Tagesordnung. Abb.: Jürgen Lösel, Mediaserver Dresden

Science-Quatsch am Genetik-Institut in der Johannstadt

Sehr familientauglich und unterhaltsam sind erfahrungsgemäß auch die Angebote in Johannstadt, wo sich das Uniklinik und vor allem die internationalen Forscher am Planck-Genetikinstitut jedes Jahr tolle Veranstaltungen für Jung und Alt ausdenken. Zum Beispiel bringen dort Hermine und Harry Sciencehead den jungen Besuchern einen Unsichtbarkeitszauber bei. Und im neuen Format „Science Quatsch“ präsentieren Wissenschaftler mit einem Augenzwinkern ihre skurrilsten Forschungsprojekte.

Abb.: Bitcoin.org
Abb.: Bitcoin.org

Wie Internetgeld unser Leben verändert

Und auch der Blick auf die kleineren, weniger bekannten Veranstaltungsorte lohnt. Ein Beispiel unter vielen: Welche digitalen Währungen das Bargeld und die Geldkarten von heute womöglich schon bald ablösen werden, skizziert Software-Ingenieur Thomas Nindel in der Berufsakademie Sachsen an der Hans-Grundig-Straße: „Bitcoin, Blockchain, Ehterum: Anatomie einer disruptiven Technologie“ hat er seinen Vortrag überschrieben. Erstmals mit dabei ist auch das städtische Krankenhaus Friedrichstadt. Wer auf Hightech steht, sollte zudem einen Abstecher zum Fraunhofer-Campus an der Winterbergstraße einplanen: Dort können Kinder zum Beispiel mit Pfeil und Bogen Ultraschall erzeugen und nach dem verschollenen Roboter „Zirkonox“ fahnden.

Ideeller Beitrag der Forschergemeinde für ihre Stadt

Insofern gilt: Sieben Stunden Wissenschaftsnacht klingen nach viel Zeit. Tatsächlich aber ist angesichts der Fülle an Veranstaltungen, die teils über das gesamte Dresdner Stadtgebiet verteilt sind, für den Besucher eine Auswahl nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig. Großer Dank gelte vor allem auch den Wissenschaftlern, die all dies erst möglich gemacht haben, betont Organisatorin Anja Loose. „Die Forscher machen das ja immerhin zusätzlich zu ihrer normalen Arbeit – als ihren Beitrag für unsere Stadt.“

Besucherinfos

Was?

15. Dresdner Lange Nacht der Wissenschaften

Wann?

16. Juni 2017, 18 bis 1 Uhr

Wo?

An über 150 Standorten in Dresden (TU-Campus, Johannstadt, Pillnitz u.a.)

Eintritt:

kostenlos

Transfer:

Das Programmheft gilt gleichzeitig als Gratis-Ticket für Busse und Bahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe zwischen den Veranstaltungsorten

Das DVB-Gratisticket für die Wissenschaftsnacht - einfach auf dem Smartphone vorzeigen, wenn Kontrolleure kommen. Abb.: Netzwerk Wissenschaft Dresden
Das DVB-Gratisticket für die Wissenschaftsnacht – einfach auf dem Smartphone vorzeigen, wenn Kontrolleure kommen. Abb.: Netzwerk Wissenschaft Dresden

Das vollständige Programm gibt es hier im Internet

Aus dem Programm:

  • 18 bis 0 Uhr: August der Smarte trifft seine Gräfin – Roboter interaktiv, HTW, Friedrich-List-Platz 1
  • 18-21 Uhr: Kinderprogramm: Wissenschaft? Voll nice, Alter!, Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, Pfotenhauerstraße 108
  • 19 und 22 Uhr: Feuer, Schall und Rauch: Eine Physikshow mit Stella und Nova, Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme Nöthnitzer Straße 38
  • 18-0 Uhr: Das (wahrscheinlich ) leichteste Werkzeug der Welt aus dem 3D-Metall-Drucker, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung, Winterbergstraße 28
  • 23 Uhr, hinter dem TU-Hörsaalzentrum  an der Bergstraße: Wassershow „Magic Water“ der Uni-Feuerwehr
  • 19-22 Uhr: „Batman jagt Bin Laden – Das Hollywood-Kino und der Kampf gegen den Terror in der Ära nach 9/11“, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Hettnerstraße 3

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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