SpielezAufi

„Carbon Warfare“: Umwelt-Apokalypse als Tabletspiel

Damit auch der letzte Idiot kapiert, wer die Bösen sind, markiert Carbon Warfare Investoren als Teufel. Abb.: GameSourceStudio
Damit auch der letzte Idiot kapiert, wer die Bösen sind, markiert Carbon Warfare Investoren als Teufel. Abb.: Game Source Studio

Wenn schon Klimawandel, dann richtig

Da werden sich die Umweltaktivisten aber freuen: Mit „Carbon Warfare“ hat das chinesische Studio Virtuos nun ein Simulationsspiel für Tablets und Smartphones veröffentlicht, in dem wir den Klimawandel nicht etwa aufhalten, sondern bis zur globalen Apokalypse steigern sollen. Gemeint ist das natürlich als didaktische Aufklärung für all jene, die bezweifeln, dass es eine menschengemachte Erderwärmung gibt. Erhältlich ist dieses pädagogisch wohlmeinende Spiel für Apple- und Android-Geräte.

Werbevideo:

Der wahre Bösewicht investiert in Industrie und Landwirtschaft

Als echter Großkapitalist investieren wir hier zum Beispiel in die Autoindustrie, Klimaanlagen-Hersteller, in Ölkonzerne oder in die Landwirtschaft, um unsere Gewinne zu maximieren und den Ausstoß von Treibhausgasen zu steigern. Haben wir die durchschnittliche Atmosphärentemperatur genug gesteigert, können wir wie ein Gott Städtebrände, Wüstenstürme und andere Katastrophen auslösen. Aber Vorsicht: Die Gutmenschen entwickeln mit Feuereifer eine Bindungstechnologie für Kohlendioxid. Aber um zu verhindern, dass sie schneller damit fertig als wir mit unserem Erd-Zerstörungsprogramm, können wir einen Teil unsere Profite verwenden, um die Presse zu kaufen – um die Menschen vom Klimawandel abzulenken.

Fazit: Bunt und doch schwarzweiß

Das Weltbild, das in „Carbon Warfare“ überall durchschimmert, ist simpel gestrickt: Hier die verblendeten und raffgierigen Fortschrittsgläubigen und Profithaie samt der käuflichen Lügenpresse, da die ökologischen Retter der Menschheit. Wer sich daran nicht stört, bekommt ein kurzweiliges Simulationsspiel mit ökologischem Anspruch vorgesetzt, in dem jeder mal Menschheitsvernichter spielen kann. Grafisch ist „Carbon Warfare“ okay, wenn auch nicht überwältigend. Eine echte Spracheausgabe fehlt leider. Autor: Heiko Weckbrodt

„Carbon Warfare“, Entwickler: Virtuos/  Game Source Studio, Simulationsspiel für Tablets und Smartphones, erhältlich für 3 Euro für iOS (Apple) und Android-Geräte

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

Schreibe einen Kommentar