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Sprache entscheidend für Job-Chancen von Einwanderern

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Grafik: destatis

Wer nur wenig Deutsch kann, bekommt oft nur Hilfsarbeit ab

Wiesbaden, 23. August 2016. Die Mehrheit der langfristigen Einwanderer in Deutschland hatten im Jahr 2014 Jobs. Aber die Erwerbsquote der arbeitsfähigen Zuwanderer liegt mit 69,3 % spürbar niedriger als die der einheimischen Deutschen (79,6 %). Dies geht aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (destatis) in Wiesbaden hervor.

Die Behörde hatte dafür vor allem die russlanddeutschen, türkischen, jugoslawischen und anderen Zuwanderer der ersten und zweiten Generation berücksichtigt, die bereits vor über 50 Jahren nach Deutschland gekommen sind, nicht aber die Flüchtlinge, die in jüngster Zeit in der Bundesrepublik angelangt sind.

Schaut man sich die destatis-Statistik genauer an, wird vor allem eines deutlich: Wer unter den Einwanderern Deutsch kaum beherrscht, hat ganz schlechte Karten am Arbeitsmarkt. „Nur 52,3 % der Zuwanderer mit Grundkenntnissen der deutschen Sprache sind erwerbstätig“, informierten die Statistiker. „Bei den Zuwanderern mit fließenden Deutschkenntnissen lag die Erwerbstätigenquote mit 77,3 % um rund ein Drittel höher und erreichte damit fast das Niveau der Erwerbstätigenquote der einheimischen Bevölkerung.“

Sprachprobleme auch heute wieder zentrales Vermittlungs-Hemmnis bei Flüchtlingen

Auch welche Jobs die Zuwanderer haben, hängt anscheinend ganz entscheidend von ihren Deutschkenntnissen ab: „Zugewanderte Arbeitnehmer mit Grundkenntnissen der deutschen Sprache waren 2014 zu 43,2 % als Hilfsarbeitskräfte tätig“, heiß es vom destatis. „Ein gutes Fünftel der Zuwanderer mit geringen Deutschkenntnissen arbeitete in Handwerksberufen und nur 8,7 % konnten eine hochqualifizierte Tätigkeit ausüben.“

Wirtschaftsforscher wie auch Arbeitsagentur-Vertreter hatten erhebliche Probleme diagnostiziert, um die in jüngster Zeit nach Deutschland eingewanderten Asyl-Suchenden mit Arbeit zu versorgen – auch hier gelten mangelnde Deutschkenntnisse als ein zentrales Vermittlungs-Hindernis. hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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