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„Iron Sky“: Mond-Nazis erobern nun Heimkino

Steampunkig: Die Nazis besichtigen ihre Wunderwaffe "Götterdämmerung". Abb.: Splendid

Steampunkig: Die Nazis besichtigen ihre Wunderwaffe “Götterdämmerung”. Abb.: Splendid

Nachdem die finnische Sci-Fi-Groteske „Iron Sky“ bereits im Kino einen gewissen Kult-Status erworben hatte, machen sich die Mondnazis nun daran, die Projektorleinwände daheim zu entern. Der Plot: Ein paar Nazis flüchten 1945 in Reichsflugscheiben vor den nahenden Russen zum Mond, rüsten auf desse Rückseite Jahrzehntelang auf und holen zum Gegenschlag aus, als die Amis hinten auf dem Mond landen.

Weltraumzeppeline und eroberte iPads
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Dabei bedient der Finne Timo Vuorensola, der seinen Film auch durch „Crowd Funding“ (Geld von Internet-Fans) finanzierte, genussvoll alle Klischees und weidet sich an grotesken Details: Die US-Präsidentin in dieser nahen Zukunft sieht aus wie die heutige Galionsfigur der ultrakonservativen „Tea Party“, sinnt auf Krieg und nimmt begierig die Mondnazi-Slogans auf. Die Mondnazis selbst tragen Weltkriegs-Stahlhelme, bauen Röhrencomputer, greifen mit Weltraum-Zeppelinen an und steuern ihre „Götterdämmerung“ mit einem eroberten iPad. Und, ach ja: Die einzige Nation, die ihre Raumschiffe nicht bewaffnet hat, sind die Finnen.

Lustig, Ende ist aber etwas lahm
Abb.: Splendid

Abb.: Splendid

Der ganze Spaß ist mit gut aufgelegten Schauspielern wie Udo Kier (Mondführer), Julia Dietze (Mondnazi-Lehrerin) und Götz Otto (Mond-Nachrichtengruppenführer) besetzt, mit feiner Laibach-Musik untermalt und bei aller, oft bitterböser Satire sehr lustig, verliert gegen Ende allerdings an Schwung – wohl auch, weil die Finnen dann doch etwas Angst vor der eigenen Courage bekamen und „das Gute“ (mehr oder minder) gewinnen lassen. Schade eigentlich. Erschienen ist das Ganze nun auf DVD und Bluray und wer dann immer noch nicht den Hals vollkriegen kann: Demnächst soll es eine Videospiel-Adaption geben. Heiko Weckbrodt

„Iron Sky“ (Speldid), Nazi-Comic-Satire, Finnland 2011, Regie: Timo Vuorensola, mit Udo Kier, 93 Minuten, USK 12, DVD 13 Euro, Bluray 15 Euro
 

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