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Erlösung: Satans Soldat zerstört Familien

Zittert die Hand? Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) jagt einen religiös motivierten Verbrecher.  Foto: Henrik_Ohsten
Zittert die Hand? Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) jagt einen religiös motivierten Verbrecher, der schon seit Jahrzehnten Kinder entführt. Foto: Henrik Ohsten

Dritter Adler-Olsen-Krimi auf DVD und Bluray erschienen

„Erlösung“ basiert auf dem gleichnamigen Krimi des dänischen Erfolgsautors Jussi Adler-Olsen, ist die dritte Verfilmung dieser Buchreihe und nun fürs Heimkino erschienen. Regisseur Hans Petter Moland konzentriert sich hier aber nicht allein auf die äußere Geschichte um einen selbsternannten Soldaten Satans (infernalisch: Pål Sverre Hagen als Fanatiker Johannes), der Geschwisterkinder aus streng religiösen Familien entführt, sondern versucht auch die Motive dahinter auszuloten.

Nihilist und Moslem ermittelt gemeinsam

Und dafür sind die Kripomänner Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) ganz besonders prädestiniert, weil als Menschen so unterschiedlich gepolt: Der Däne ist Nihilist und Egozentriker, der Araber ein gläubiger Moslem und – mit Abstrichen – ein Philanthrop. Doch als Polizisten sind sie wie zwei Gesichter eines besonders empathischen Ermittlers. Und so ist es kein Wunder, dass eine zufällig entdeckte Flaschenpost, die den Schlüssel zu einer acht Jahre zurückliegenden Kindesentführung birgt, ausgerechnet auf ihrem Tisch landet. Was der eine für einen lästigen Zufall hält, ist für den anderen eine göttliche Fügung. Denn fast zeitgleich verschwinden wieder zwei Geschwister und die Parallelen zu dem alten Fall sind unübersehbar…

Der Wolf im Schafspelz: Johannes (Pål Sverre Hagen) sieht sich als Soldat Satans, gibt sich aber als "rechtgläubiger" Missionar aus - und versucht sich so auch das Vertrauen der geschwister Samuel und Magdalena zu erschleichen. Foto: Henrik Ohsten
Der Wolf im Schafspelz: Johannes (Pål Sverre Hagen) sieht sich als Soldat Satans, gibt sich aber als „rechtgläubiger“ Missionar aus – und versucht sich so auch das Vertrauen der geschwister Samuel und Magdalena zu erschleichen.
Foto: Henrik Ohsten

Fazit: Knackig

Der neue Regisseur Hans Petter Moland setzt optisch wie dramaturgisch eigene Akzente: Seine Bildsprache mag nicht ganz so düster sein wie die seiner Vorgänger, die seelischen Abgründe, die er vor dem Zuschauer öffnet, sind dafür umso tiefer. Auch Nikolaj Lie Kaas und Fares Fares gewinnen mit jedem Film an schauspielerischer Tiefe. In der Bonussektion der Bluray erläutern Darsteller und Regisseur diese ihre Sicht auf ihre Rollen und die religiösen Motivschichten darunter.

Autor: Heiko Weckbrodt

„Erlösung“, Krimi-Verfilmung nach Jussi Adler-Olsen, Dänemark 2016, Regie: Hans Petter Moland, mit Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares und Pål Sverre Hagen, FSK 16 DVD 108 Minuten, 11 Euro Bluray 112 Minuten, 13 Euro

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Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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