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AMD schließt Dresdner Forschungszentrum OSRC

Abb.: AMD

Abb.: AMD

Dresden, 6/7.. November 2012 (Aktualisierte Fassung). Der US-Elektronikkonzern AMD hat nun im Zuge der jüngsten Entlassungswelle (Wir berichteten) sein Forschungszentrum „OSRC“ in Dresden geschlossen und will alle Aktivitäten in Dresden einstellen. Eine entsprechende Meldung des Internet-Nachrichtenportals „Heise“ bestätigte AMD-Sprecherin Anna Carzana auf Oiger-Anfrage. Im „Operating Systems Research Center“ (OSRC, Forschungszentrum für Betriebssysteme) im Dresdner Waldschlößchen-Areal hatten in der Vergangenheit 23 Entwickler vor allem an Compilern und an Optimierungen des freien Betriebssystems „Linux“ für AMD-Prozessoren gefeilt. Weitere 18 Mitabeiter waren im Globalfoundries-Werk als Kooperationspartner für den Auftragsfertiger stationiert.

Damit gibt AMD nun auch seine letzte Institution in Dresden auf. Ursprünglich gehörte der US-Konzern in der sächsischen Landeshauptstadt zu den größten Arbeitgebern mit zeitweise rund 3000 Beschäftigten in seinen beiden Chipfabriken in Dresden-Wilschdorf. Diese sind inzwischen an Globalfoundries ausgegliedert.

Silicon Saxony bedauert AMD-Schritt
Heinz Martin Esser. Abb.: Silicon Saxony

Heinz Martin Esser. Abb.: Silicon Saxony

„Dies ist sehr schade für den Standort“, kommentierte Heinz-Martin Esser vom sächsischen Hightech-Verband „Silicon Saxony“ die AMD-Entscheidung. „Wir bedauern dies sehr.“ Er gehe aber davon aus, das zumindest die betroffenen Entwickler wegen ihres hohen Qualifizierungsniveaus keine Probleme finden dürften, neue Jobs zu finden. „Gerade im Softwarebereich ist der Standort in den letzten Jahren schnell und überproportional gewachsen.“

AMD: Werden auch weiter Großteil unsere Prozessoren in Dresden fertigen lassen
OSRC-Chef Chris Schläger. Abb.: privat

Bisher OSRC-Chef in Dresden: Chris Schläger. Abb.: privat

AMD werde sämtliche direkten Aktivitäten in Dresden im Zuge seines Konzernumbaus beenden, kündigte Sprecherin Anna Carzana an. „Ich möchte betonen, dass diese Entscheidung nichts an unserer Überzeugung ändert, dass der Standort Dresden außerordentliche Stärken hat und dass AMD und Dresden ihre gegenseitige vorteilhafte Beziehung fortsetzen werden“, erklärte die AMD-Sprecherin. Vielmehr sei die Schließung „geschäftlichen Realitäten im weltweiten Maßstab“ geschuldet. AMD werde auch in Zukunft „einen Großteil seiner globalen Prozessorproduktion“ bei Globalfoundries in Dresden fertigen lassen und mit diesem Auftragsfertiger auch künftig eng zusammen arbeiten.

Der US-Konzern kämpft seit geraumer Zeit mit Verlusten. Daher hatte AMD-Chef Rory Read kürzlich eine weitere Entlassungswelle angekündigt, in deren Zuge weltweit rund 15 Prozent der Mitarbeiter vor die Tür gesetzt werden sollen, um Kosten zu sparen. Das OSRC selbst war im Jahr 2006 von AMD gegründet worden. Nach dem Verkauf der Dresdner Chipfabriken 30 und 36 an das arabische Konsortum ATIC zog das Zentrum in das sogenannte Waldschlößchen-Areal um.

Erst kürzlich hatte der Mikroelektronik- Standort Dresden einen ähnlichen Rückschlag hinnehmen müssen, als die Fraunhofer-Gesellschaft ihr Nanoelektronikzentrum „CNT“ auflöste und dem Nachbarinstitut IPMS als Abteilung angliederte. Heiko Weckbrodt

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