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Tarantino auf Litauisch: „Shoot’Em Down“

Killer im Bademantel Silvestre (r.) und Max räumen auf. Abb.: Sunfilm
Killer im Bademantel Silvestre (r.) und Max räumen auf. Abb. (3): Sunfilm

Sylvestre der Bizarre und Max der Polizist sind Auftrags-Killer der litauischen Mafia. In Bademantel und Zivil stiefeln sie durch die Stadt, liqudieren die Auftragsmörder der Konkurrenz, retten einen mit Reis vollgestopften Drogenkurier und durchkreuzen – teils absichtlich, teils aus Versehen – die Pläne von allerlei unfähigen Kleinkriminellen. Vor allem Silvestre ist stinksauer: Seine frisch Angetraute will, dass er ihr Silikonbrüste finanziert und davon hält er nun gar nichts…

Zwei Gangsterbräute vergleichen ihre Silikon-Brüste
Zwei Gangsterbräute vergleichen ihre Silikon-Brüste

Die Anleihen von Emilis Velyvis „Shoot ‚Em Down“ bei Tarantinos „Pulp Fiction“ sind überdeutlich, auch in der zeitverschachtelten Erzählweise. Dennoch hat die litauische Gangstergroteske hohen Unterhaltungswert: Sie ist zackig inszeniert, trotz bekannter Muster durchaus originell und hat – sieht man von gelegentlichem Over-Acting ab – recht überzeugende Darsteller zu bieten. Nichts freilich für Zartbesaitete: Max zum Beispiel zuzusehen, wie er mit der Bogensäge schwitzend eine Leiche entsorgt, ist nicht jedermanns Sache. Abgedreht wurde der rasante Streifen bereits vor zwei Jahren, hat aber erst jetzt den Weg in die deutschen DVD-Regale geschafft. Heiko Weckbrodt

„Shoot ‚Em Down“ (Sunfilm), Gangstergroteske, Litauen 2009, R.: E. Velyvis, P 18, DVD 13, Bluray 17 Euro

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

Heiko Weckbrodt hat Geschichte studiert, arbeitet jetzt in Dresden als Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalist und ist Chefredakteur und Admin des Nachrichtenportals Oiger. Er ist auch auf Facebook, Twitter und Google+ zu finden.

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