Alle Artikel mit dem Schlagwort: surreal

Foto: Tiberius

Zeitsprung-Horror „Wake up and die“: Nackt-Ische wird jeden Morgen neu gemeuchelt

Eine ganz eigene Art von Zeitreise-Schrecken hat der kolumbianische Regisseur Miguel Urratia in „Wake up and die“ entworfen, eine Horrorversion von „Täglich grüßt das Murmeltier“ gewissermaßen. In dem inzwischen auch in Deutschland auf DVD erschienen Streifen wacht die junge Camilla jeden Morgen nackt und verwirrt im Bett eines Fremden auf, der ihr jeden Tagesanbruch aufs Neue in kleinen Variationen Frühstück anbietet – und sie dann stranguliert, ersticht oder erwürgt. Und ähnlich wie im Murmeltier scheint sich nur Camilla an ihre vergangenen Tode zu erinnern, probiert immer andere Überlebensstrategien aus, bis sie schließlich den vermeintlich perfekten Ausweg aus der grausigen Zeitschleife gefunden hat.

Indie-Adventure „Trauma“: Surrealer Abstieg ins Unterbewusstsein

Die Verletzte im Krankenbett bleibt für uns ohne Namen, wir lernen die junge Frau nur durch ihre Träume im Halbschlaf auf der Intensivstation kennen – ein Reigen surrealer wie verstörender Erinnerungsfetzen, die wir wie mit einem fotografischen Auge ertasten, aus dem Vergessen reißen, ihnen Sinn zu geben versuchen. So wandern wir beispielsweise mit ihr eine nächtliche Straße entlang, lösen mit wenigen Gesten eine scheinbar solide Mauer auf – und finden uns am Anfang unseres Pfades wieder. „Diese Welt ist zu klein“, haucht das Unterbewusstsein – und wieder haben wir ein Puzzle-Teil an die richtige Stelle gelegt. „Trauma“, so der Titel dieser Traumwelt, ist ein künstlerisch ambitioniertes Adventure des gebürtigen Warschauers Krystian Majewski, das einem interaktivem Film, aber auch einer assoziativen Variante von „Myst“ ähnelt.

Anime-DVD “Genius Party”: Untote Dreirad-Wächter und augenlose Vögel

Ein augenloser Vogel – wohl eben aus einem Dali-Gemälde geflüchtet – stolziert am Strand. Er findet einen steinernen Kopf, pickt daran und verwandelt sich in glühenden Phoenix. Sein Strahlen wird zum Kettenblitz, der all die Steinköpfe daneben zerschmettert… Nicht alle Anime-Filme in der “Genius Party”-Sammlung sind solch visualisiertes freies Assoziieren, haben aber eines gemeinsam: Im Vergleich zu klassischen japanischen Zeichentrickfilmen schlagen sie deutlicher experimentelle Töne an, spielen mit ihren Themen inhaltlich wie formell.