Alle Artikel mit dem Schlagwort: Schmelze

Eine Forscherin und ein Forscher experimentieren an einem Glasofen der Bergakademie Freiberg. Ofen in den Versuchsanlagen für Glastechnologie. Foto: D. Müller für die TU Bergakademie Freiberg

Bergakademie will Umweltbilanz der Glasindustrie verbessern

Uni: Neue Zuschlagsstoffe könnten 660.000 Tonnen Kohlendioxid vermeiden und Recycling-Quote erhöhen Freiberg, 5. September 2022. Die deutsche Glasindustrie steht unter – je nach Betrachtungsweise – kurz vor dem Kollaps oder zumindest vor großem technologischen Veränderungsdruck durch stark steigende Energiepreise und schärfere Umweltauflagen. Denn typischerweise arbeiten Glaschmelzen bei hohen Temperaturen über 1500 Grad, verbrauchen viel Energie und sind bislang stark auf den zuletzt extrem verteuerten Energieträger Erdgas angewiesen. Und durch die – neben dem Hauptrohstoffen Sand und Altglas – eingesetzten Fluss- und Stabilisierungsmittel wie Soda und Kalk entsteht beim Schmelzprozess auch relativ viel Kohlendioxid. Experimente mit größeren Elektro-Glasschmelzen sind bisher größtenteils gescheitert. Aber für den zweiten Schwachpunkt, die ungünstige CO2-Bilanz durch die Zuschlagstoffe, arbeitet die Bergakademie Freiberg nun an einer Alternative.

Blick über den Gletscher Kangilerngata Sermia (Westgrönland), dessen Front in der nordwestlichen Diskobucht den Ozean erreicht. Foto: Mirko Scheinert für die TUD

Weltmeere steigen um drei Zentimeter pro Jahrzehnt

Studie unter Führung der TU Dresden macht dafür zu 1/3 Wassererwärmung und zu 2/3 schmelzendes Eis verantwortlich Dresden, 7. Februar 2022. Seit 1993 sind die globalen Meeresspiegel um durchschnittlich drei Millimeter pro Jahr gestiegen, also in Summe um etwa 8,7 Zentimeter bis heute. Ein reichliches Drittel dieses Anstiegs lässt sich durch die Erwärmung und damit die Ausdehnung des Meerwassers erklären, der große Rest durch geschmolzene Gletscher und Eisschilde. Das geht aus einer internationalen Studie unter Leitung der TU Dresden hervor. Die Forschenden haben dafür globale Satellitendaten mit einzeln berechneten Meeresspiegelbeiträgen verglichen. Beide Methoden führten zu Bilanzen, die sich nur um zehn Prozent voneinander unterschieden haben – für ein komplexes System wie die Weltmeere ein zumindest guter Näherungswert.