Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kapitalismus

Welt-Controller Mustapha Moon (Christian Erdmann, l.) führt John (André Kaczmarczyk) den Liebreiz der Stabilität vor Augen. Foto: David Baltzer, Staatsschauspiel Dresden

Huxleys „Schöne Neue Welt“ als multimediale Kapitalismuskritik im Schauspiel Dresden

„Mit Delta-Kindern spiele ich nicht!“ Hat uns „das System“ von Kindesbeinen an auf Konsum und Genusssucht konditioniert? Und zwar in einem Maße, dass wir gar nicht anders können und wollen, als in der uns zugewiesenen, nur scheinbar selbstgewählten Arbeit aufzugehen, in unserer Kaste zu verharren („Mit Delta-Kindern spiele ich nicht!“) und ziellos konsumierend durchs Leben zu irren? Der britische Autor Aldous Huxley warnte davor 1932 in seinem kapitalismus- wie sozialismuskritischen Dystopie-Klassiker „Schöne neue Welt“ sehr bedrückend und nachdrücklich. Und auch die leicht auf unsere Zeit adaptierte Fassung, die nun das Staatsschauspiel Dresden multimedial auf die Bühne gebracht hat, legt diesen Schluss nahe.

Im letzten Bioshock-Abenteuer paktiert Elisabeth mit Tod und Teufel, um Sally zu retten. Abb.: Irrational

„Bioshock – Seebestattung II“: Elisabeth letzter Kampf

Erweiterungspack finalisiert eines der besten Actionabenteuer aller Zeiten Kämpften wir in „Bioshock Infinite“ als Privatdetektiv Booker de Witt gemeinsam mit der mysteriösen Elisabeth gegen die Schergen unseres Alter Egos, wurde unser tragischer Held im ersten Erweiterungspack, der „Seebestattung I“, bekanntlich in der Unterwasserstadt Rapture abgemurkst. Mit der zweiten, finalen Seebestattung schließt das – inzwischen aufgelöste – Meisterspielestudio „Irrational Games“ nun den Bogen von der Himmelsstadt „Columbia“ nach „Rapture“ und zurück – und lässt uns diesmal als Elisabeth einen letzten verzweifelten Versuch unternehmen, das Mädchen Sally zu retten.

„The East“: Kapitalismuskritischer Indie-Thriller um Ökoterror

Privatagentin infiltriert Terrorkommune – und zweifelt Die ehrgeizige Agentin Sarah Moss (Brit Marling, „Another Earth“) heuert bei einem privaten Geheimdienst an. Ihr erster Auftrag: Sie soll die mysteriöse Antikapitalisten-Terror-Gruppe „The East“ infiltrieren, die Erdöl in die Wohnungen von Ölmagnaten gießt, Pharma-Bosse mit deren eigenen Antibiotika vergiftet und mit anderen spektakulären Aktionen in die Schlagzeilen kommt. Nach vielen Mühen erschleicht sich Sarah das Vertrauen der jugendlichen Aktivisten um Benji (Alexander Skarsgård) und Izzy (Ellen Page), die im Walde wie in einer Hippie-Aussteigerkommune zusammen leben. Doch bald wachsen in der verdecktem Ermittlerin die Sympathien für die jungen Öko-Eiferer und Zweifel an ihrer Chefin, die offensichtlich auch über Leichen gehen würde, um ihrem Privatgeheimdienst mehr Kunden zu verschaffen.

DVD-Box „Continuum“: Unsere Zukunft ist die Konzernokratie

Kanadische Sci-Fi-Polizeiserie mit einer Prise Kapitalismuskritik Mit der kanadischen Sci-Fi-Polizeiserie „Continuum“, deren erste Staffel nun auf DVD erschienen ist, knüpft Simon Berry konzeptionell an Erfolgsserien wie „Stargate“, „Alias“ oder „Akte X“ an, übt darin aber Kapitalismuskritik: Mit der Story um eine Polizistin, die aus einem oligarchischen Überwachungsstaat der Zukunft in unsere Gegenwart geschleudert wird, reflektiert er Bankenkrise und Occupy-Bewegung.