20 % Plus: Sachsen baut Handel gen Taiwan aus

Außenhandelskammer in Taipeh soll künftig gezielt Investoren in den Freistaat locken
Dresden/Taipeh, 10. März 2026. Sachsen und Taiwan rücken inmitten geopolitischer Spannungen zwischen den USA, China und dem Rest der Welt wirtschaftlich enger zusammen. So baut der taiwanesische Halbleiterriese TSMC seine erste europäische Chipfabrik in Dresden. Außerdem legt auch der Handel zwischen beiden Partnern zu: Die sächsischen Ausfuhren nach Insel-China sind zuletzt um 20 Prozent gewachsen – damit liegt Taiwan nun auf Platz 9 der wichtigsten Exportzielländer für den Freistaat. Die sächsischen Importe legten sogar um 35 Prozent zu.
Nach Taiwan exportiert Sachsen vor allem elektrotechnische Erzeugnisse, Autos beziehungsweise Bauteile und Chemikalien. Umgekehrt importiert Sachsen aus Taiwan Elektronik, Elektrotechnik und Fahrräder.

„Taiwan ist für Sachsen wirtschaftlich ein Schlüsselpartner“
„Der Absatzmarkt Taiwan hat für Sachsen in den vergangenen Jahren spürbar an Bedeutung gewonnen“, betont der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD). „Taiwan ist für Sachsen wirtschaftlich ein Schlüsselpartner und in zentralen Zukunftsindustrien – insbesondere Halbleiter, Elektronik und Präzisionsfertigung – weltweit führend.“ Daraus ergeben sich laut Panter viele Anknüpfungspunkte an sächsische Stärken in der Mikroelektronik, im Auto- und Maschinenbau.

Sachsen wollen sich als Taiwan-Hub in Europa profilieren
Um diese Beziehungen weiter auszubauen, möchte Thomas Horn, der Chef der „Sächsischen Wirtschaftsförderung“ (WFS), nun verstärkt die Außenhandelskammer Taiwan einspannen. Das „Deutsche Wirtschaftsbüro“ in Taipeh soll für die Sachsen sächsische Unternehmen unterstützen, in Taiwan geschäftlich Fuß zu fassen, außerdem gezielt Investoren in den Freistaat locken. „Damit haben wir auch die Chance, Sachsen als Ökosystem und Hub für taiwanische Unternehmen in Europa weiter zu etablieren“, meint Horn. Parallel dazu hat die TU Dresden bereits ein Verbindungsbüro in Taipeh eröffnet, das die Weiterbildung deutscher Studenten in Taiwan, den akademischen Austausch und die Fachkräfte-Akquise vor Ort mitorganisiert.
Hub-Strategie hat seit TSMC-Ansiedlung an Schub gewonnen
Diese Strategie verfolgen die Sachsen vor allem seit die TSMC-Ansiedlung in Dresden unter Dach und Fach war. Die Überlegung dabei: Wo so ein Halbleiterriese einmal ist, wird er weitere Ansiedlungen von Partnerunternehmen aus Taiwan mit sich ziehen. Ohnehin dürfte der Chip-Auftragsfertiger nicht der einzige Technologie-Konzern in Taiwan sein, der sich Sorgen macht, ob Festland-China irgendwann die Insel erobert. Zudem könnten weitere Wirtschaftskriege und militärische Angriffskriege von Donald Trump wie jüngst in Venezuela und im Iran die Weltwirtschaft samt globaler Lieferbeziehungen weiter destabilisieren. Dann wären jene Unternehmen fein raus, die sich anderswo bereits ein paralleles Ökosystem aufgebaut haben, um ihre Produktion eben zum Beispiel in Sachsen fast nahtlos fortsetzen zu können.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: WFS, Oiger-Archiv

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