Infineon kauft Sensorsparte von AMS Österreich

München/Premstätten, 3. Februar 2026. Infineon kauft für eine reichliche halbe Milliarde Euro die nicht-optische Sensorsparte des Österreicher Halbleiter-Unternehmens „AMS“, das zuletzt als AMS-Osram firmierte. Das haben AMS-Osram und der deutsche Halbleiterkonzern heute in München bekanntgegeben.
„Das erworbene Geschäft passt strategisch perfekt zu Infineon und ergänzt unser starkes Angebot im Analog- und Sensor-Bereich“, schätzt Infineon-Chef Jochen Hanebeck ein. „Mit dem Zukauf erschließen wir uns neue Möglichkeiten – in etablierten Zielmärkten und in aufstrebenden Feldern wie der humanoiden Robotik.“
Im Kern erwerben die Bayern damit eine Sparte, die auf analog-digitale Sensoren spezialisiert ist und derzeit 230 Menschen beschäftigt – allerdings ohne die dazugehörigen Fabriken. Das heißt, Infineon bekommt die Sensorprodukte, F&E-Kapazitäten, geistiges Eigentum sowie Test- und Laborausrüstung. Zu den AMS-Produktionen zählen beispielsweise Sensoren und Schaltkreise für die medizinische Bildgebung, Detektoren für die Computer-Tomographie, Systeme für die Positions-, Winkel- und Geschwindigkeitserfassung in der Industrieautomation, für Roboter, automatisierte Autos und in der Gebäudetechnik. Allerdings müssen die Kartellbehörden noch zustimmen, bevor die Transaktion im zweiten Quartal 2026 vollzogen werden kann.
Wurzeln in Österreichs Stahlindustrie
AMS hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: 1981 gründeten der österreichische Stahlkonzern Voestalpine und „American Micro Systems“ (AMI) im Schloss Premstätten das Gemeinschaftsunternehmen „American Micro Systems Incorporated-Austria GmbH“ (AMI-A) und bauten gemeinsam eine Chipfabrik. 1987 benannte sich die Firma in AMS um. In den folgenden Jahren weiteten die Österreicher ihr Schaltkreis- und Sensor-Portefeuille sowie ihre internationale Präsenz aus. Außerdem gingen sie auf Einkaufstour und übernahmen zahlreiche Unternehmen – darunter mit dem Farbsensor-Entwickler „Mazet“ aus Jena auch eine ostdeutsche Firma. 2020/21 kaufte AMS schließlich sogar den einstigen deutschen Leuchten-Riesen Osram.
Österreicher wollen mit Verkaufserlös ihren Schuldenberg abtragen
Nun stößt AMS-Osram wiederum seine Sensorsparte – außer die Geschäfte mit optischen Sensoren – an Infineon ab. „Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, meint AMS-Osram-Chef Aldo Kamper. „Wir reduzieren unsere Verschuldung deutlich schneller als geplant und formen den führenden Anbieter in Digital Photonics.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Infineon, Wikipedia, Oiger-Archiv

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