Cyberagentur lotet Quanten-Navi als Alternative zu GPS & Co. aus

Wie sicher lotsten Quantensensoren Flugzeuge, Roboter und Schiffe, wenn Angreifer die Satelliten abschalten?
Halle, 27. Januar 2026. Sie leiten uns im Alltag, führen Schiffe auch unter bewölktem Himmel über die Weltmeere und sind für moderne Armeen nahezu unverzichtbar: globale Navigations-Satellitensysteme (GNSS). Doch wie zuverlässig sind GPS, Galileo & Co. im Ernstfall, etwa in einem Krieg, bei dem der Gegner elektronische Kriegsführung einsetzt? Das will nun die Cyberagentur in Halle herausfinden und quantenbasierte Alternativen ausloten.
„Globale Navigations-Satellitensysteme sind die unsichtbare Infrastruktur moderner Gesellschaften – und genau deshalb müssen sie gesichert werden vor Störungen und Angriffen.“
Quantentechnologie-Referent Lukas Bergmann von der Bundes-Cyberagentur
Neue Systeme sollen sich durch Magnet- und Gravitations-Sinne orientieren
Denn Quantensensoren arbeiten viel präziser als klassische elektronische „Augen“ und „Ohren“. Sie können kleine Änderungen im Erdmagnetfeld oder Schwerkraft-Anomalien erkennen. Die Idee ist nun, künftige „Navis“ mit quantenbasierten „Sinnesorganen“ auszustatten, die sich zuschalten, wenn der Kontakt zum Satelliten abbricht. Sie könnten damit womöglich Fahrzeuge, Flugzeuge und andere Mobile mindestens genauso leiten wie herkömmliche GPS-Systeme. „Ziel dieser Technologien ist es, klassische elektronische Kampfführung wirkungslos zu machen und autonome, robuste Navigation zu ermöglichen“, heißt es aus der Cyberagentur.
Agentur wünscht sich Anfälligkeits-Studie
Allerdings ist noch unklar, wie widerstandsfähig auch solche Quanten-Navis gegen ganz neue Arten elektronischer Kriegsführung wären. Daher haben die Hallenser nun ein Forschungsprogramm „Schutzmaßnahmen für Quantentechnologie gegen zukünftige elektronische Kampfführung – Position, Navigation, Timing“ (Eloqa) ausgeschrieben. Sprich: Die Agentur sucht fähige Ingenieure und Quantenphysiker, die Nutzen und Verwundbarkeit solcher Navis „im quantentechnologischen Ernstfall“ in einer Studie untersuchen. Damit könne Deutschland „eine belastbare Grundlage“ gewinnen, um quantenbasierte Navigationssysteme sicherheitsorientiert zu entwickeln, technologische Fehlannahmen frühzeitig zu korrigieren und robuste Satelliten-unabhängige Lösungen für sicherheitskritische Anwendungen vorzubereiten“.
→ Weitere Infos zur Ausschreibung sind hier im Netz zu finden.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Cyberagentur, Wikipedia

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