„Starkes Signal für offene Märkte“
Breite Zustimmung für Freihandel von EU und Indien – außer aus den USA
Berlin/Kiel/Neu-Delhi/Dresden, 28. Januar 2026. Das Handelsabkommen zwischen der EU und Indien stößt auf breite Zustimmung – außer in den USA. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel geht davon aus, dass das Handelsvolumen zwischen beiden Wirtschaftsräumen in den nächsten Jahren um 65 Prozent steigen wird.
„Indien ist ein dynamischer Wachstumsmarkt, aber gleichzeitig stark abgeschottet“, betont IfW-Forschungsdirektor Julian Hinz. „Ein umfassendes EU-Indien-Freihandelsabkommen würde große Teile der Wirtschaft öffnen, Lieferketten stärken und geopolitische Risiken reduzieren.“
„Eine der größten Freihandelszonen der Welt“
„Mit fast zwei Milliarden Menschen entsteht eine der größten Freihandelszonen der Welt“, schätzt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ein. „Das Abkommen verbessert den Marktzugang zum indischen Markt insbesondere für die exportorientierten Branchen der deutschen Wirtschaft – darunter Maschinenbau, Chemie / Pharmazie, Elektrotechnik. Luft- und Raumfahrt sowie die Fahrzeug- und Zulieferindustrie. Nach vollständiger Umsetzung werden Zölle auf rund 96,6 % der EU-Ausfuhren nach Indien abgeschafft oder gesenkt.“
Sachsen: „Bisherige Partner versuchen, Handelsstrukturen zu zerstören“
Als „starkes Signal für offene Märkte, wirtschaftliche Vernunft und geopolitische Handlungsfähigkeit Europas“, kommentierte der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD). „Das Abkommen mit Indien eröffnet für Sachsen neue Chancen – gerade für unsere Automobil- und Zulieferindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmawirtschaft.“ Das gelte „gerade in Zeiten, wo bisherige Partner versuchen, mit Zöllen bestehende Handelsstrukturen zu zerstören.“
US-Finanzminister: Europa finanziert Krieg gegen sich selbst
Kritik kam von den Freihandelsfeinden in den USA, die die Europäer auf Donald Trumps Zoll- und Wirtschaftskriege einzuschwören versuchen: US-Finanzminister Scott Bessen warnte die EU, diese unterstütze mit dem Abkommen ein Land, das Öl von Russland kaufe. Damit kofinanziere Europa den russischen Krieg gegen die Ukraine und damit gegen sich selbst. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gegen nahezu alle Staaten der Welt Abwehrzölle verhängt, unter anderem auch gegen die EU und Indien und weitere Zölle angedroht, falls diese seinen Anweisungen nicht gehorchen.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: IfW Kiel, BMWK, SMWA, Berliner Zeitung

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