TU Dresden entschlüsseln molekularen Schalter für Tumore

MCL1-Unterdrücker könnten neue Krebsmedizin liefern – Diät könnte Nebenwirkungen mindern
Dresden, 28. Dezember 2025. Das Protein „MCL1“ spielt womöglich eine Schlüsselrolle beim Wucherwachstum und der Energieversorgung von Krebsgeschwüren. Zu diesem Schluss ist eine Forschergruppe um Dr. Mohamed Elgendy an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden gekommen. Demnach hemmt dieses Molekül nicht nur den programmierten Zelltod, sondern unterstützt auch den Tumor-Stoffwechsel.
„Das Protein verbindet zwei fundamentale Krebsmechanismen“
Dr. Mohamed Elgendy, TUD
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass MCL1 weit mehr ist als ein reiner Überlebensfaktor für Tumorzellen“, betont Dr. Mohamed Elgendy. „Das Protein greift aktiv in zentrale Stoffwechsel- und Wachstumssignalwege ein und verbindet damit zwei fundamentale Krebsmechanismen.“
Inhibitor-Therapieversuche hatten bisher zu schwere Nebenwirkungen
Daraus ergeben sich neue therapeutische Möglichkeiten. So entwickeln Mediziner derzeit MCL1-Inhibitoren, die den Überschuss solcher Proteine in vielen Tumorarten unterdrücken sollen. Doch andere Forscher mussten bereits mehrere klinische Studien mit dieser an für sich vielversprechenden Krebsmedizin abbrechen, weil die Inhibitoren als Nebenwirkung zu Herzschäden führten.
„Diätetischer Schutzansatz kann Weg für sicherere Therapien ebnen“
Die Dresdner Wissenschaftler identifizierten nun aber auch den molekularen Mechanismus dahinter. Sie entwickelten eine Diät, mit der sich die „Herztoxizität“ deutlich reduzieren lässt. Dies könne „den Weg für sicherere Therapien ebnen“, meint Medizinvorstand Prof. Uwe Platzbecker vom Uniklinikum Dresden. Und auch Medizindekanin Prof. Esther Troost sieht viel Potenzial in der Studie der Mildred-Scheel-Nachwuchsforschungsgruppe um Dr. Elgendy: „Mit dieser Arbeit gelingt ein bedeutender Fortschritt im Verständnis der molekularen Grundlagen von Krebs.“
Autor: Oiger
Quellen: TUD, Wikipedia
Wissenschaftliche Publikation:
„MCL1 modulates mTORC1 signaling to promote bioenergetics and tumorigenesis“ von Wentao Gui, Petr Paral, Bhavuk Dhamija, Eman Hagag, Martin Dusa, Jana Humajova, Pavla V. Francova, Jan Kucka, Jan Pankrac, Caroline Schütz, Vasileios Armenis, Filippo Ferrucci, Mario Schubert, Kaomei Guan, Franziska Baenke, Daniel E. Stange, Lorenz H. Lehmann, Wolfram Weckwerth, Peter Mirtschink, Sofia Traikov, Belmonte Giuseppe, Clelia Miracco, Martin Bornhäuser, Saverio Minucci, Ludek Sefc, Libor Macurek & Mohamed Elgendy, in: „Nature Communications“, 16, 1. Dezember 2025, DOI/ Fundstelle im Netz hier

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