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Virtuelle statt eiserne Schutzzäune zwischen Mensch und Roboter

Die "Botfellows" Sebastian Krusche (links) und Mohamad Bdiwi. Foto: Fraunhofer-IWU
Die „Botfellows“ Sebastian Krusche (links) und Mohamad Bdiwi. Foto: Fraunhofer-IWU

Sächsische Botfellow-Software soll Kooperation von Mensch und Maschine in Fabriken einfacher machen

Chemnitz, 17. Juni 2025. Damit Mensch und Roboter auch ohne Schutzzäune getrennt in Fabriken zusammenarbeiten können, hat die Chemnitzer Fraunhofer-Ausgründung „Botfellows“ eine neue Software entwickelt, die stattdessen auf virtuelle Zäune setzt. Auf der Messe „Automatica“ stellt das Gründer-Trio diese „Botfellows Dynamic Safety“ genannte Lösung nun einem breiten Publikum vor.

Sensor-Software-Gespann verlangsamt Roboter, wenn der Mensch zu nahe kommt

Die Funktionsweise: Wenn Sensoren erkennen, dass ein Mensch zu nahe kommt, verlangsamt „Botfellows Dynamic Safety“ die Roboter-Bewegungen, bis dem Bio-Kollegen keine Gefahr mehr droht – bis hin zum Stillstand. Ist die Zusammenstoß-Gefahr vorüber, arbeitet der Roboter wieder mit Maximaltempo weiter. Dadurch sollen sowohl Koexistenz oder Kooperation zwischen Mensch und Maschine in der Werkhalle einfacher werden – als auch die direkte Zusammenarbeit, die Kollaboration.

Als Teil der Robotersteuerung berechnet die Botfellows-Software anhand von Sensordaten stets den kleinstmöglichen Sicherheitsabstand zwischen Mensch und Roboter - und verlangsamt den Robot, wenn ein Zusammenstoß droht. Abb.: Botfellows
Als Teil der Robotersteuerung berechnet die Botfellows-Software anhand von Sensordaten stets den kleinstmöglichen Sicherheitsabstand zwischen Mensch und Roboter – und verlangsamt den Robot, wenn ein Zusammenstoß droht. Abb.: Botfellows

Als einfache Lösung für mehr Sicherheit konzipiert

„Dies ist der Schlüssel, um hochflexibel automatisieren und maximale Sicherheit gewährleisten zu können“, betont „Botfellows“-Chef Mohamad Bdiwi, der das Unternehmen gemeinsam mit seinen Kollegen Sebastian Krusche, Paul Eichler und Jayanto Halim im September 2024 aus dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz ausgegründet hatte. Die neue Software füge sich direkt in die Robotersteuerung ein, „statt deren Komplexität zu erhöhen“.

Chinesen und Sachsen kooperieren

Um ihre Software praxisnah zu testen, kooperiert das junge Unternehmen mit dem chinesischen Roboterhersteller „Estun.“ Die Chinesen wollen die sächsische Lösung direkt in ihre Robotersteuerungen einbetten.

Autor: Oiger

Quelle: IWU

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger