Virtuelle statt eiserne Schutzzäune zwischen Mensch und Roboter

Sächsische Botfellow-Software soll Kooperation von Mensch und Maschine in Fabriken einfacher machen
Chemnitz, 17. Juni 2025. Damit Mensch und Roboter auch ohne Schutzzäune getrennt in Fabriken zusammenarbeiten können, hat die Chemnitzer Fraunhofer-Ausgründung „Botfellows“ eine neue Software entwickelt, die stattdessen auf virtuelle Zäune setzt. Auf der Messe „Automatica“ stellt das Gründer-Trio diese „Botfellows Dynamic Safety“ genannte Lösung nun einem breiten Publikum vor.
Sensor-Software-Gespann verlangsamt Roboter, wenn der Mensch zu nahe kommt
Die Funktionsweise: Wenn Sensoren erkennen, dass ein Mensch zu nahe kommt, verlangsamt „Botfellows Dynamic Safety“ die Roboter-Bewegungen, bis dem Bio-Kollegen keine Gefahr mehr droht – bis hin zum Stillstand. Ist die Zusammenstoß-Gefahr vorüber, arbeitet der Roboter wieder mit Maximaltempo weiter. Dadurch sollen sowohl Koexistenz oder Kooperation zwischen Mensch und Maschine in der Werkhalle einfacher werden – als auch die direkte Zusammenarbeit, die Kollaboration.

Als einfache Lösung für mehr Sicherheit konzipiert
„Dies ist der Schlüssel, um hochflexibel automatisieren und maximale Sicherheit gewährleisten zu können“, betont „Botfellows“-Chef Mohamad Bdiwi, der das Unternehmen gemeinsam mit seinen Kollegen Sebastian Krusche, Paul Eichler und Jayanto Halim im September 2024 aus dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz ausgegründet hatte. Die neue Software füge sich direkt in die Robotersteuerung ein, „statt deren Komplexität zu erhöhen“.
Chinesen und Sachsen kooperieren
Um ihre Software praxisnah zu testen, kooperiert das junge Unternehmen mit dem chinesischen Roboterhersteller „Estun.“ Die Chinesen wollen die sächsische Lösung direkt in ihre Robotersteuerungen einbetten.
Autor: Oiger
Quelle: IWU

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