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Sonderzuschuss für Mikroelektronik-Berufsschule in Dresden

Roboter-Anlernplatz für die Ausbildung im Berufsschulzentrum für Elektrotechnik Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
Roboter-Anlernplatz für die Ausbildung im heutigen Berufsschulzentrum für Elektrotechnik Dresden, das zu klein für den steigenden Bedarf ist. Foto (bearbeitet, freigestellt): Heiko Weckbrodt

Sachsen leitet 100 Millionen Euro Efre-Geld in Fachkräfte-Sicherung

Dresden, 18. Juni 2025. Um die Mikroelektroniker-Ausbildung in Dresden anzukurbeln, hat das sächsische Kabinett der Landeshauptstadt nun einen Sonderzuschuss von 100 Millionen Euro zugesagt. Das geht aus Mitteilungen des sächsischen Kultusministeriums und der CDU Dresden hervor. Mit dem Geld aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (Efre) und aus eigenen Mitteln soll die Kommune ein exzellentes Berufsschulzentrum für Elektrotechnik in Dresden-Prohlis (BSZ DET) bauen.

„Strategische Bedeutung für den Hochtechnologiestandort weit über Dresden hinaus“

Normalerweise sind Städte beziehungsweise Landkreise zuständig. Angesichts des Mikroelektronik-Booms im Großraum Dresden und der rasch steigenden Fachkräftebedarfe der Halbleiter-Industrie macht der Freistaat hier jedoch eine Ausnahme – wegen der „strategischen Bedeutung für den Hochtechnologie- und Wirtschaftsstandort weit über Dresden hinaus“.

„Wir brauchen dringend Fachkräfte für die Zukunftsbranche Elektrotechnik“, betont Kultusminister Conrad Clemens (CDU). „Mit dem Neubau des BSZ Elektrotechnik Dresden erhöhen wir die Ausbildungskapazitäten und bieten einen hochmodernen Ausbildungsstandort. Davon profitieren die große Chipindustrie und die mittelständischen Unternehmen in Sachsen.“

Gesamtkosten auf 136 Millionen Euro geschätzt

Die Elektro-Großberufsschule soll insgesamt 136 Millionen Euro kosten. Seinen Eigenanteil will Dresden auf Pump finanzieren. Insgesamt soll das BSZ DET bis zu 2200 angehende Mikrotechnologen – vor allem für die Chipindustrie – ausbilden. Neben dem Schulgebäude selbst umfasst das Projekt eine Vierfeld-Sporthalle sowie Außen- und Sportaußenanlagen.

„Fachkräfte sind Rohstoff der Chipindustrie“

„Fachkräfte sind der Rohstoff der Chipindustrie“, kommentierte Matthias Dietze, der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat, den Kabinettsbeschluss. „Das Exzellenz-Berufsschulzentrum soll diesen Rohstoff liefern. Denn ohne gut ausgebildete Menschen nützen die größten Fabriken nichts. Was in Reinräumen gefertigt wird, muss vorher im Klassenzimmer, am CNC-Tisch, im Chiplabor und an der SPS-Anlage erlernt werden.“

Teil einer Fachkräfte-Offensive für Dresdner Tech-Industrien

Die Berufsschule ist Teil einer Fachkräfte-Offensive für die Mikroelektronik, die Sachsen und die Stadt Dresden schon länger verfolgen und die sie seit der TSMC-Ansiedlung forciert haben. Dazu gehört auch der Bau eines „Sächsischen Ausbildungszentrums Mikroelektronik“ (SEM) in Radeberg, ein Studentenaustausch-Programm mit Taiwan und die gezielte Fachkräfte- und Studenten-Akquise in ausgewählten Staaten über akademische Kontaktbüros.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SMK, CDU Dresden, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger