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Kältetech-Firma „Nikkiso Cryotec“ baut Fabrik in Wurzen aus

Kältetransfers mit pumpbarem Flüssigeis gelten als interessanter Ansatz, um Ökostromspitzen sinnvoll zu verwerten. Foto: Heiko Weckbrodt
Foto: Heiko Weckbrodt

Betrieb hat sich auf Luftzerleger, Gasverflüssiger und CO2-Rückgewinner spezialisiert

Wurzen, 15. Juni 2025. Die „Nikkiso Cryotec“ baut ihre Niederlassung in Wurzen nahe Leipzig aus. Der Hersteller von Kältetechnik und Gasverflüssigungsanlagen errichtet derzeit an seinem sächsischen Standort einen Erweiterungsbau. Inzwischen ist der Komplex rohbaufertig, am 17. Juni steht das Richtfest an.

Die Dependance in Wurzen hat neben regionalen Wurzeln auch Traditionslinien zur japanischen Maschinenbau-Gruppe „Nikkiso“, die ursprünglich 1953 als Spezialpumpenhersteller gegründet wurde. Die Kältesparte „Nikkiso Cryotec“ produziert Pumpen, Kältetechnik, CO2-Anlagen, Wasserstofftechnik und Gasverflüssiger für die Öl- und Gasindustrie, Petrochemie, Energie, Luft- und Raumfahrt sowie das Gesundheitswesen.

Maschinenbau-Traditionen in Wurzen gehen bis auf auf die Kaiserzeit zurück

Das Kältetechnik-Werk in Sachsen wiederum geht auf die 1879 gegründete Maschinenfabrik (Mafa) Schütz & Hertel zurück, die vor allem Dampfmaschinen und Pumpen herstellte. Nach dem II. Weltkrieg verstaatlicht, firmierte die Firma ab 1947 als VEB Nagema Wurzen, der 1953 in den „VEB Maschinenfabrik und Eisengießerei Wurzen“ (Mafa Wurzen) umgewandelt wurde.

Aus Resten des Mafa-Staatsbetriebes wurde nach der Wende „Cryotec“

Nach der Wende übernahm das Ingenieurbüro „Cryotec Energie- und Verfahrenstechnik“ den Kälteanlagenbau des früheren Staatsbetriebs. 1995 gründete Peter Bienert dann die „Cryotec Anlagenbau GmbH“, die Gas- und Luftzerlegungsanlagen herstellte. In den Folgejahren spezialisierte sich das Unternehmen unter anderem auch auf CO2-Rückgewinner, Luftzerleger LNG-Flüssiggastechnik. 2009 kaufte die EPC-Gruppe den Betrieb. 2023 übernahm „Nikkiso“ den „Cryotec Anlagenbau“ in Wurzen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte die Übernahme damals als Unterstützung für „die Internationalisierung eines sächsischen Traditionsunternehmens aus Wurzen“ begrüßt. Das Wurzener Team umfasst laut Unternehmensangaben rund 40 Ingenieure und Spezialisten.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Nikkiso, Freistaat Sachsen, Xing, Cryotec Anlagenbau

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger