Vom Lastenrad bis zur künstlichen Nase: Excitelab Dresden hilft Hightech-Firmen

Zehn junge Unternehmen aus Europa ausgewählt
Dresden, 23. März 2025. Automatische Lastenräder, Nano-Chip-Spalter und Spülroboter: Das Firmenbrüter „Excitelab“ der TU Dresden will zehn junge, vielversprechende Hochtechnologie-Unternehmen aus ganz Europa mit Beratungen und Kontaktvermittlungen in die Industrie hinein fördern. Das hat das Förderlabor in der sächsischen Landeshauptstadt mitgeteilt.
Kontaktvermittlung in die Wirtschaft hinein
Dabei verfolge man ein „Venture-Clienting-Modell“, heißt es vom „Excitelab“: „Hier treten etablierte Unternehmen als erste Kunden auf und testen die Lösungen der Startups direkt in der Praxis. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht es den jungen Unternehmen, Feedback zu erhalten, ihre Technologien weiterzuentwickeln und frühzeitig nachhaltige Geschäftsbeziehungen aufzubauen.“ Mit diesen Programmen stärke „Exitelab“ den Hightech-Standort Dresden, ist Jonas Sundqvist von „Alixlabs“ aus Lund – einem der unterstützten Unternehmen – überzeugt.
Das Excitelab ist eine gemeinsame Initiative der TU Dresden, des Innovationszentrums „TUD|excite“, der Uni-Tochter Tudag und des Leipziger „Spinlab“-Brüters.
Die geförderten Hightech-Unternehmen
Zur aktuellen Förder-Runde gehören demnach diese Unternehmungen (Quelle: Exitelab):

Alixlabs
kommt aus Südschweden. Es entwickelt Technologien, um die Halbleiterfertigung effizienter, nachhaltiger und kostengünstiger zu gestalten. Mit der einzigartigen Methode „Atomic Layer Etch Pitch Splitting” können kleinere und leistungsfähigere Chips hergestellt werden, ohne aufwendige und teureProduktionsschritte zu benötigen. „Dieser Ansatz reduziert den Energieverbrauch, senkt die Kosten und fördert die Weiterentwicklung der europäischen Halbleiterindustrie“, heißt es vom Team um Alixlabs-Chef Jonas Sundqvist.
Aurasys
aus Magdeburg bietet Automatisierungslösungen für Lastenfahrräder an und erweitert deren Anwendungsmöglichkeiten. Mit dem herstellerunabhängigen Aura Drive System können Fahrradhersteller herkömmliche Lastenräder in automatisierte Modelle umwandeln, versprechen die Gründer. Das erste Produkt von Aurasys sei eine kontaktlose Schiebehilfe: Sie ermögliche es Lastenrädern, den Nutzer selbstständig zu begleiten und sich freihändig steuern zu lassen. Diese Technologie erhöhe die Effizienz in Bereichen wie Stadtreinigung, Flächenmanagement und Logistik auf der letzten Meile.

Chipmetrics
stammt aus Finnland. Es entwickelt spezialisierte Messchips und Wafer, die eine präzise Überwachung, Optimierung und Qualitätssicherung von Fertigungsprozessen ermöglichen – insbesondere in der 3D-Dünnschicht-Messtechnik. Durch diese Technologie unterstützt Chipmetrics die Herstellung komplexer 3D-Halbleiterstrukturen und trägt dazu bei, deren Qualität und Leistung zu verbessern.
Concr
aus Berlin schafft laut eigenen Angaben IoT-Sensorlösungen, die eine Echtzeitüberwachung von zementhaltigen Baustoffen wie Beton ermöglichen. Die Sensoren sollen wichtige Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit und Festigkeitsentwicklung von der frühen Aushärtung bis zur langfristigen Haltbarkeit erfassen. „Die verwertbaren Daten werden über eine cloudbasierte Plattform bereitgestellt, so dass Bauunternehmen, Hersteller und Betreiber Bauprozesse optimieren, die Sicherheit erhöhen und die Nachhaltigkeit fördern können“, heißt es vom Unternehmen.
Handson Robotics
automatisiert manuelle Tätigkeiten in industriellen Prozessen durch den Einsatz von Robotertechnologie und KI. Der anfängliche Fokus liegt auf der Großgastronomie, insbesondere auf der Automatisierung des Be- und Entladens von Spülstrecken, heißt es von der Firma. Zielgruppen sind zunächst Krankenhäuser, Universitätsmensen und Betriebskantinen.
Imen
entwickelt ein softwaregestütztes Miniaturmikroskop, das Herausforderungen in der Lebendzellmikroskopie löst. Diese Technologie ermöglicht es, lebende Zellen in Echtzeit zu beobachten, ohne sie fixieren oder einfärben zu müssen. Dadurch können natürliche Zellprozesse störungsfrei analysiert werden. Das Mikroskop wird in der Arzneimittelforschung, Krebsforschung und regenerativen Medizin eingesetzt und bietet hochauflösende Bildgebung sowie KI-gestützte Analysen. Zudem erlaubt es laut Imen die zerstörungsfreie Messung der Trockensubstanz von Zellen und erleichtert die Erfassung präziser Forschungsdaten.
Kolbev
realisiert autonome, netzunabhängige Ladelösungen für Elektrofahrzeuge, die erneuerbare Energie und Second-Life-Batterien nutzen. Die robotergestützten Systeme sollen ein flexibles und skalierbares Laden an Standorten ohne feste Infrastruktur ermöglichen und Lücken im bestehenden Ladenetz schließen. „Die Technologie kommt sowohl in urbanen als auch in abgelegenen Gebieten zum Einsatz und unterstützt Flottenbetreiber, Veranstalter und Kommunen bei der Förderung der E-Mobilität.“
Nanochronia
aus Spanien ist ein Deep-Tech-Unternehmen mit Fokus auf Gassensortechnologien zur Erkennung von flüchtigen Treibhausgasemissionen. Die patentierten halbleiterbasierten Nanosensoren ermöglichen die Echtzeit-Überwachung, wie stark sich Gase wie Wasserstoff, Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Methan konzentrieren. Die Technologie soll für höhere Sicherheit sorgen und Unfälle vermeiden.
Smarobix
aus Dresden entwickelt eine Softwarelösung, die die Integration leistungsstarker Hardware-Beschleunigung in Echtzeitsysteme vereinfacht – ohne tiefgehende Programmierkenntnisse. Besonders in robotischen Systemen mit Sensoren und Aktuatoren soll diese Technologie die Rechenleistung und Effizienz stiegern. Durch den Einsatz von Field Programmable Gate Arrays (FPGAs) – flexiblen, programmierbaren Chips für schnelle und energieeffiziente Berechnungen – will Smarobix die Leistung komplexer Systeme erheblich verbessern.
Taara Quest
bietet Unternehmen und Fachkräften Lösungen zur Führungskräfte-Entwicklung, Unternehmensschulung und „Diversitätsförderung“. Die Plattform unterstützt Unternehmen beider Verbesserung von Führungskompetenzen, Kommunikation und Teamdynamik durch KI-gestütztes Rollenspiel-Training. Der Schwerpunkt liegt auf weiblichen Führungskräften in der Tech-Branche, aber das Angebot richtet sich an alle, die sich auf anspruchsvolle Gespräche und Führungsherausforderungen vorbereiten möchten.
Autor: Oiger
Quellen: Exitelab, Oiger-Archiv, Wikipedia, Linkedin

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