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Fast jedes 2. Jungunternehmen beteiligt Beschäftigte am Geschäftserfolg

Foto (verändert): Heiko Weckbrodt
Foto (verändert): Heiko Weckbrodt

Bitkom plädiert für digitale Besitz-Token und weitere Erleichterungen

Berlin, 19. August 2024. Immer mehr junge Unternehmen (neudeutsch: „Startups“) lassen ihre Belegschaft am geschäftlichen Erfolg und Wachstum ihrer Firma teilhaben. Das hat eine Bitkom-Umfrage ergeben. Demnach beteiligen inzwischen 44 Prozent der neuen Betriebe ihre Beschäftigten am Unternehmen, vor einem Jahr gaben das erst 38 Prozent an. Ein Grund: Die Bundesampel hatte zum Jahresbeginn über das „Zukunftsfinanzierungsgesetz“ die Mitarbeiterbeteiligung erleichtert.

Wer kein Spitzenlohn zahlen kann, beteiligt Beschäftigte am Wachstum

„Startups können meist keine Spitzengehälter zahlen, aber sie können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am finanziellen Erfolg der häufig schnell wachsenden Unternehmen beteiligen“, meint Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. „Die Rahmenbedingungen für eine Mitarbeiterbeteiligung wurden zu Jahresbeginn verbessert, jetzt gilt es, die neuen Chancen auch zu nutzen.“

Ralf Wintergerst. Foto: Bitkom
Ralf Wintergerst. Foto: Bitkom

Hauptgrund für eine Mitarbeiterbeteiligung ist laut Bitkom-Umfrage der Wunsch, die Beschäftigten zusätzlich zu motivieren und den Erfolg des Startups voranzutreiben (88 Prozent). Außerdem soll die Mitarbeiterbindung gestärkt werden (79 Prozent).

Virtuelle Anteile sind en vogue

Jeweils sechs Prozent der Gründer, die ihre Mitarbeiter beteiligen, tun dies über echte Anteile oder Anteilsoptionen am Unternehmen. Mehr und mehr setzt sich aber die sogenannte virtuelle Beteiligung (36 Prozent) durch. Dabei bekommt der Mitarbeiter keine echten Anteile am Unternehmen, haftet auch nicht als Anteilseigner bei einer Insolvenz, zudem sind keine notariellen Verträge nötig – der bürokratische Aufwand und die Risiken sind also im Vergleich zu einer klassischen GmbH-Beteiligung vergleichsweise klein.

Bitkom-Präsident: Wir müssen die weiter Prozesse vereinfachen

In den Jungunternehmen, die auf Mitarbeiterbeteiligung bislang verzichten, gilt vor allem der zu hohe Verwaltungsaufwand als Hindernis (33 Prozent). „Trotz der Anpassungen zum Jahresbeginn ist die Übertragung echter Unternehmensanteile weiterhin zu aufwändig und deshalb wenig attraktiv“, meint Bitkom-Präsident Wintergerst. So werde weiterhin stark mit sogenannten virtuellen Anteilen oder komplexen Gesellschaftsstrukturen gearbeitet, um den Anforderungen der Startups gerecht zu werden. „Wir müssen die Prozesse vereinfachen, etwa durch die Einführung stimmrechtsloser Anteile im GmbH-Recht. Auch technologische Lösungen, wie die Tokenisierung von Unternehmensanteilen, können helfen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.“

Blockchain-Industrie in Sachsen bastelt an Beteiligungen per Digital-Token

Technologische Werkzeuge für solche digitale Beteiligungen entwickelt unter anderem die Blockchain-Industrie in Sachsen: Software-Schmieden wie „Tokenize.it“ aus Mittweida haben dafür ein System aus digitalen Werte-Symbolen (Token) konzipiert, die durch geblockte, verschlüsselte Ketten (Blockchains) gegen Manipulationen in hohem Maße gesichert sind. Diese durch Tolen repräsentierten Unternehmens-Anteile können dann Investoren, aber auch dafür freigeschaltete Mitarbeiter dann per Mausklick erwerben.

Autor: Oiger

Quellen: Bitkom, Esop1, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger